- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Neuheiten von Inkarho
- Niedersachsen: Erfolgreicher Profi-Tag S...
Niedersachsen: Erfolgreicher Profi-Tag Spargel 2014
Anfang November 2014 eröffnete die Spargelberatung im Gartenbau der LWK Niedersachsen die kommende Spargelsaison. Auf dem Profi-Tag Spargel in Hannover-Ahlem wurden die UnternehmerInnen und Führungskräfte der Spargelbetriebe mit sehr persönlichen Themen konfrontiert: eine gute Selbstorganisation, ein reibungsloser und aktiver Generationswechsel sowie die Wertschätzung aller im Betrieb sind wichtige Erfolgsfaktoren für das Unternehmen. Aber auch praktische Kalkulationshilfen für die Gewinnbetrachtung, Aktionsplanungen für 2015 und Leitlinien für Nährstoffversorgung der Spargelpflanzen gaben wertvolles Rüstzeug für die kommende Saison. Ein Betriebsleiter gab zum Ende der Veranstaltung durch einen tiefen Einblick in die erfolgreiche Entwicklung seines Betriebes dem Tagungsprogramm recht: Nur ein stets gut informierter landwirtschaftlicher Unternehmer, der die Betriebsentwicklung am immer schneller werdenden Wechsel der Anforderungen am Markt orientiert, kann erfolgreich sein.
Das Beraterteam der Spargelberatung der LWK Niedersachsen veranstaltet jährlich Anfang November ein Wissenstag für Spargelbetriebe. In diesem Jahr kamen am 6. November über 90 UnternehmerInnen und Führungskräfte aus Betrieben, die Spargel, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren und Kürbis überwiegend im Hofladen und an Verkaufsständen direkt vermarkten. Im Laufe des Tages wurde der Themenschwerpunkt des Tages immer deutlicher: nur die Wertschätzung aller Prozessbeteiligten von der Produktion bis zur Vermarktung von Spargel führt zum Erfolg!
Dr. Renate Spraul, Expertin für Arbeitswirtschaft im Gartenbau/Bad Wimpfen, traf die Zuhörer mitten ins Herz: „Stress abbauen – Wie soll das denn bei mir funktionieren?“ war eine Kernfrage Ihres Vortrags. Aus Erfahrung in ihrer Beratungspraxis weiß sie nur zu genau, dass bei Führungskräften in Landwirtschaft und Gartenbau der Stress ein täglicher Begleiter ist und nicht jeder die Möglichkeit hat, Aufgaben zielgerichtet zu delegieren. Sie zeigte sehr drastisch die gesundheitlichen und sozialen Folgen auf und was passiert, wenn man nicht rechtzeitig Ressourcen schafft durch eine aktive Selbstorganisation. Zu den Vorsorgemaßnahmen eines Burnouts gehören demnach vor allem die eigene Wertschätzung, das Erkennen der eigenen Grenzen, festgelegte Zeiten für Regeneration und für Selbstorganisation sowie eine gesunde Ernährung.
Anne Dirksen, Beraterin für Sozio-Ökonomie der LWK-Niedersachsen, führte die Gedanken weiter, indem Sie als Erfolgsfaktoren für eine gelungene Hofübergabe die These aufstellte, dass die wirtschaftlichen, familiären und persönlichen Voraussetzungen zuerst einmal stimmen müssen. An zahlreichen Beispielen aus ihrer Beratungspraxis machte sie die Notwendigkeit deutlich, dass jeder Beteiligte am Generationswechsel schon rechtzeitig seinen „Wunschzettel“ anlegen sollte und diese von allen im Rahmen von mehreren Familienkonferenzen besprochen werden sollten. Daraus kann im Vorfeld der Übergabe eine Vorlage für den Übergabevertrag entwickelt werden. Damit alle rechtlichen und sozialrechtlichen Aspekte berücksichtigt werden, sollte der Übergabeprozess von einem kundigen Berater begleitet werden.
Dr. Horst zum Eschenhoff, Fachbereichsleiter Beratung im Gartenbau der LWK-Niedersachsen, konnte nahtlos an die Kernthemen anschließen, indem er den Erfolgsfaktor Wertschätzung im Familienbetrieb als wichtigsten Baustein zur erfolgreichen Betriebsentwicklung vorstellte. Aus seiner Beratungspraxis weiß er, dass Chefin/Chef, Führungskräfte und Mitarbeiter nur dann Positives für den Betrieb leisten, wenn sie sicher sind, dass ihr Einsatz eine hohe Wertschätzung im Team erfährt. Grundlage und Kennzeichen für diese Wertschätzung ist eine herzliche und dennoch zielgerichtete Kommunikation im Betrieb, aus der sich alle unterstützenden Maßnahmen für einen reibungsarmen Arbeitsalltag entwickeln lassen. Vom Stufenmodell der Wertschätzung bis zu einfachen Gesten der Aufmerksamkeit gab es hilfreiche Anregungen.
Praxisnah setzte Britta Marbs, Firmentrainerin und Wochenmarktexpertin aus Hamburg, das Thema Wertschätzung durch Erkennen der Kundentypen um. Sie machte deutlich, dass eine angemessene Wertschätzung der Kunden auch stark das aktive Verkaufen und damit den Umsatz beeinflusst. Dazu gehört jedoch auch eine entsprechende äußere Erscheinung des Verkäufers, von der Kleidung bis zur Mimik.
Dr. Hendrik Führs, Beratungsteam im Gartenbau der LWK-Niedersachsen, zeigte anhand verschiedener Programme zur Kostenkalkulation im Spargelanbau auf, worin all die Bemühungen um eine lückenlose Wertschöpfungskette münden. Die Erfassung der Kostenstruktur verschiedener Betriebszweige lässt mögliche Stellschrauben für einen größeren Erfolg im Gesamtbetrieb, bei Verkaufsständen oder auch im Hofladen eindeutig werden. Umsatz und Arbeitsproduktivität, Kosten und Erfolg sind durch Anwendung dieser Programme schnell zu erkennen und ermöglichen ein rechtzeitiges Drehen an den richtigen Stellschrauben in der Betriebsführung.
Auch Dr. Gabriele Weimann, Beratungsteam im Gartenbau der LWK-Niedersachsen, hatte direkte Praxistipps für die Betriebe. Für ein zielgerichtetes Marketing stellte sie für jede Woche in der Spargel-Saison besondere Aktionstage in 2015 vor und bot den Betrieben an, dafür jeweils einen Leitfaden mit Checklisten und Pressetexten zu entwickeln. Hier wurden die Betriebe direkt zum Handeln aufgefordert, denn der jeweilige Leitfaden wird nur entwickelt, wenn sich drei Betriebe pro Aktionstag melden. Wer das Thema Aktionstage darüber hinaus vertiefen möchte, dem wurde die Dienstagswerkstatt im Januar 2015 empfohlen, einem besonderen monatlichen Beratungsformat des Beraterteams im Gartenbau der LWK-Niedersachsen. Basis für alle Betriebe ist ein qualitativ hochwertiges Produkt. Dieter Weber, Spargelberater der LWK-Niedersachsen, zeigte anhand zahlreicher Versuchsergebnisse zur Stickstoff-, Kali- und Phosphordüngung in Spargelkulturen auf, wie die Nährstoffversorgung von Spargel in verschieden alten Anlagen zu optimieren ist und stellte fest, dass eine bedarfsgerechte Düngung den Ertrag und die Qualität sichert.
Der Betriebsbericht von Jürgen Hoffmann, Spargelgut Diedersdorf, zeigte die Wichtigkeit der angesprochenen Themen des Tages auf. Er bewirtschaftet mit seinem Team ein Spargelgut rund 10 km vor den Toren Berlins und weiß, wie die Mosaiksteine eines erfolgreichen Betriebes, von der optimalen Kulturführung und der Aufbereitung bis zur Vermarktung im Hofladen und der Hofgastronomie, zusammenzusetzen sind. Der Katalog, welche Herausforderungen ein erfolgreicher Spargelbetrieb in der Zukunft bestehen muss, umfasst die aktuelle Lohnpolitik und die damit verbundene neue Preisgestaltung der Produkte aber auch die weitere Optimierung der Kulturführung. Und er weiß: alles gelingt nur mit der Wertschätzung der guten Mitarbeiter!
Der nächste Profi-Tag Spargel findet am 05.11.2015 in Hannover-Ahlem statt. (Quelle: landwirtschaftskammer Niedersachsen)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.