Naturland: Wasser nachhaltig nutzen

Naturland unterstützt mit neuem E-Learning-Angebot Bio-Betriebe weltweit beim verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser.

Nachhaltige Tröpfchenbewässerung. Bild: Naturland / Sabine Bielmeier.

Infolge der Klimakrise sowie zunehmender Wasserentnahmen leiden immer mehr Regionen in der Welt unter Wasserstress. Die UN spricht deshalb in ihrem jüngsten Bericht zum Zustand der globalen Wasserressourcen bereits von einer „Ära des globalen Wasserbankrotts". Das stellt nicht zuletzt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Naturland als größter internationaler Öko-Verband hat deshalb bereits vor zehn Jahren spezielle Richtlinien zur Wassernutzung verabschiedet und unterstützt seine Mitgliedsbetriebe überdies mit Fortbildungen für ein nachhaltiges Wassermanagement. Mit einem neuen E-Learning-Kurs soll diese Unterstützung künftig noch mehr Betrieben zugänglich gemacht werden.

Pünktlich zum Weltwassertag am 22. März wurde das Angebot auf der Bildungsplattform Naturland Academy freigeschaltet und ist zum Start in vier verschiedenen Sprachen verfügbar: Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch. Es kann auch von Betrieben, die nicht bei Naturland Mitglied sind, genutzt werden.

„Mehr als die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittelproduktion konzentriert sich auf Gebiete, in denen die Wasservorräte bereits zurückgehen oder instabil sind. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, Wasserrisiken immer im Blick zu haben und praxistaugliche Strategien für einen nachhaltigen Umgang mit dieser lebenswichtigen Ressource zu fördern", betont Naturland Wasserreferent Tom Mitschi, der den Kurs mit entwickelt hat, mit Blick auf den Weltwassertag am 22. März.

Naturland hat deshalb bislang bereits Praxis-Workshops zum Wassermanagement vor Ort angeboten, in Regionen mit besonderen Wasserrisiken wie etwa Indien, aber auch in Griechenland oder Spanien. „Mit dem E-Learning-Kurs können wir künftig deutlich mehr Bäuerinnen und Bauern erreichen und für das Thema sensibilisieren, auch solche, die sich bisher mit nachhaltigen Wassermanagement wenig beschäftigt haben", unterstreicht Mitschi.

In fünf Lernmodulen bis zum Wassermanagementplan

Der Kurs gliedert sich in fünf Module, die auch einzeln aufgerufen werden können. Die Teilnehmenden bekommen zunächst einen Überblick über die globale Notlage und die damit verbundene Relevanz eines effektiven Wassermanagements. In den Modulen 2 und 3 geht es dann um praktische Maßnahmen zur Erhöhung des Wasserrückhalts und zur Verbesserung des Bewässerungsmanagements, während Modul 4 sich mit der Wasserqualität sowie mit dem wichtigen Thema der Wassernutzungsrechte beschäftigt.

Aufbauend auf diesen Grundlagen richtet Modul 5 sich dann speziell an Naturland Betriebe in Regionen mit besonders hohem Wasserrisiko, die im Rahmen ihrer Zertifizierung die erweiterten Anforderungen der Naturland Wasserrichtlinie erfüllen müssen. Diese Betriebe sind unter anderem verpflichtet, einen detaillierten Wassermanagementplan zu erstellen, bei dessen Umsetzung der E-Learning-Kurs sie unterstützt

Naturland Richtlinie zur nachhaltigen Wassernutzung

Inhalt des Wassermanagementplans ist neben der Überwachung des Verbrauchs vor allem auch die Analyse möglicher Wasserrisiken sowie Maßnahmen zu deren Reduzierung. Auch die Qualität des Bewässerungswassers und die Legalität der Wassernutzung werden besonders geprüft. Welche Betriebe diese zusätzlichen Anforderungen der Naturland Wasserrichtlinie erfüllen müssen, richtet sich dabei nach dem Aqueduct Water Risk Atlas, einem wissenschaftlich fundierten Kartierungstool zur Bewertung globaler Wasserrisiken. Sobald dieses unabhängige Bewertungstool in einer Region eine mittlere, hohe oder extrem hohe Wasserknappheit („water depletion") feststellt, kommen die zusätzlichen Anforderungen der Naturland Wasserrichtlinie zu Anwendung. Aktuell betrifft dies Betriebe in Spanien, Italien und Griechenland, der Türkei, in Ägypten, Indien, Peru, im Iran und in China.

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