Merlo: Gekonnt gefällt

Die Baumpflege Bollmann GmbH optimiert seit vergangenem Winter ihre Fällarbeiten durch einen Merlo Roto 60.24 MCSS. Auf Abstützungen bewegt der übersichtliche und endlos drehbare Teleskopstapler in 24 Meter Höhe bis zu drei Tonnen schwere Lasten. Am Ausleger verwendet der Baumspezialist eine Zwei-Personen-Arbeitsbühne sowie eine individuell konstruierte hydraulische Greifsäge. Die neue Technik überwindet die Grenzen der bisherigen Kombination aus Teleskopbühne und massiver körperlicher Belastung der Mitarbeiter.

Die Baumpflege Bollmann GmbH optimiert seit vergangenem Winter ihre Fällarbeiten durch einen Merlo Roto 60.24 MCSS. Auf Abstützungen bewegt der übersichtliche und endlos drehbare Teleskopstapler in 24 Meter Höhe bis zu drei Tonnen schwere Lasten. Am Ausleger verwendet der Baumspezialist eine Zwei-Personen-Arbeitsbühne sowie eine individuell konstruierte hydraulische Greifsäge. Die neue Technik überwindet die Grenzen der bisherigen Kombination aus Teleskopbühne und massiver körperlicher Belastung der Mitarbeiter. 

Ellerau: Die Baumpflege Bollmann GmbH mit Sitz in Ellerau bei Hamburg ist ein überregional tätiger reiner Baumdienstleister. Fällarbeiten, die das Unternehmen für öffentliche und private Auftraggeber ausführt, zählen in den Wintermonaten zu einem Aufgaben-Schwerpunkt. Im Winter 2011/2012 modernisierte Bollmann dafür den Maschinenpark durch einen drehbaren Merlo Teleskopstapler namens Roto 60.24 MCSS. Der 24 Meter nach oben reichende Teleskoparm nimmt für die Baumpflege eine Zwei-Personen-Hubarbeitsbühne mit 300 Kilogramm Tragkraft auf. Zum Fällen wird am Ausleger eine fernsteuerbare hydraulische Greifsäge montiert. Sie wurde speziell für den Fachbetrieb entwickelt - als Verbindung einer hydraulischen Greifzange mit einer Hydraulik-Motorsäge. 

Vor dem Roto kamen für Fällarbeiten Teleskopbühnen oder Seiltechnik-Ausführung zum Einsatz. Das Personal agierte mit einer Motorsäge und seilte den Baumschnitt häufig per Hand ab. Besonders in der kalten Jahreszeit belastete das Vorgehen die Angestellten körperlich sehr stark. Über die neue Merlo Technologie sagt Michael Hartmann, Geschäftsführer bei Bollmann: „Wir kamen mit unserer Fälltechnik an den Punkt, wo eine Rationalisierung zwingend wurde. Zeit- und Gesundheitsaspekte waren zu beachten. Nach nun einem guten Vierteljahr Fällbetrieb können wir bereits ein sehr positives Fazit ziehen. Fälleinsätze sind heute zwei- bis dreimal so schnell im Vergleich zur alten Methode – und dabei völlig ermüdungsfrei für die Mitarbeiter.“ 

Die Roto-Technik für den Galabau
Der Ellerauer Roto 60.24 MCSS gehört zur Merlo Klasse der endlos drehbaren Teleskopstapler. Er hat eine maximale Hubhöhe von 24 Meter und eine Tragfähigkeit von sechs Tonnen. Auf ausgefahrenen Abstützungen sind bei größter Hubhöhe Lastenbewegungen von bis zu drei Tonnen möglich. Am Geräteträger des Auslegers befinden sich Anschlüsse für hydraulische Anbau-Werkzeuge. Hilfreich für anspruchsvolle Hubaufgaben ist die um 18 Grad nach oben kippbare Komfort-Kabine mit nahezu einem Meter nutzbarer Innenbreite. Kompakte Abmessungen platzieren den Roto gut auf knappem Raum. Seine Länge beträgt 7,4 Meter. Er ist 3,1 Meter hoch. Die reguläre Maschinenbreite von 2,5 Metern vergrößert sich mit vollständig ausgefahren Abstützungen auf 5,3 Meter. Der Schwenkradius am Heck liegt bei 4,5 Metern. Das Gerät bringt 19 Tonnen auf die Waage. Angetrieben wird der Teleskopstapler hydrostatisch. Der Hersteller verbaute einen 6-Zylinder-Iveco-Motor mit 129 kW (176 PS) und 2200 U/min. Die Load-Sensing-Pumpe verfügt über eine Förderleistung von 144 l/min. Außerdem besitzt das Gerät drei Lenkungsarten: Vorderrad, Allrad, Hundegang. Laut Hartmann sprechen die vier unabhängig voneinander bedienbaren Abstützungen für Merlo. Sie sind mit dem System „MCSS“ (MERlin Continuos Slew Safety) verbunden, das eine kontinuierliche Kontrolle der Standsicherheit gewährleistet. Die automatische Überwachung und Einstellung der Maschine unterstützt den Fahrer bei der Konzentration auf seine Aufgaben vor Ort. Damit kann er selbst in schwierigem Gelände – wie auf unbefestigten, unebenen Wegen - auf das gesamte Leistungsspektrum des Rotos zurückgreifen. 

Der Baumdienstleister hat neben Ellerau Filialen in Brandenburg und Köln. Für das Zurücklegen von Kurzstrecken bestellte die Baumpflege Bollmann den Roto 60.24 MCSS zusätzlich mit einer 40-km/h-Straßenzulassung (Option des Herstellers). In weiter entfernte Zielgebiete wird der Merlo per Tieflader transportiert. 

Hartmann sieht einen wesentlichen Vorteil der neuen Fäll-Kombination mit dem Teleskopen in dem kontrollierten Absägen und sehr bewussten Herunternehmen von Baumkronen. Flurschäden wegen herabfallender Kronenteile können damit völlig vermieden werden. Zudem läuft die hydraulische Kettensäge im Vergleich zur zweitakt-betriebenen Motorsäge deutlich geräuschärmer. Aufgrund der Tragkraftwerte des Rotos können Mitarbeiter heute Stämme im Durchmesser von 50 bis 60 Zentimetern absenken. Nicht selten kommen sie auf erforderliche Lastenbewegungen von bis zu drei Tonnen. Die großen abgetragenen Kronenteile schneiden sie aktuell nicht mehr im Unternehmen klein, sondern geben diese aus wirtschaftlichen Erwägungen an einen Nachauftrag-Nehmer. Dem Geschäftsführer sind die Energieführung und Steuerung im Inneren des Teleskoparms wichtig. Bei den oft sperrigen Baumteilen sorgt es für erhöhte Sicherheit und einen geringen Reparaturaufwand. Die Funkfern-Bedienungen sowohl der Bühne als auch des Fällkopfes bürgen für Präzision. Sie bieten die Option, beide Werkzeuge auch außerhalb der Kabine zu steuern. 

Mit den Roto-Erfahrungen im Hintergrund erweitert das Unternehmen im Augenblick seinen Geschäftsbereich „Vermietung“: Kommunen, andere Galabau-Firmen aber auch Privat-Haushalte können den Fäll-Teleskopen inklusive Personal buchen. 

Der Weg zum Teleskopen
Die Bollmann GmbH hat einen umfangreichen Geräte- und Fuhrpark, unter anderem diverse Hubarbeitsbühnen, Lader und Spezial-Werkzeuge. Der Roto ist der erste Teleskopstapler im Programm. Hartmann beschreibt, wie er das System für sich entdeckte: „Unsere bisherigen Bühnen besitzen nicht das notwendige Eigengewicht für die bei uns notwendige schwere Lastenbewältigung in der Höhe. Insgesamt bemerkte ich eine Entwicklung des durch seine Grundkonzeption interessanten Teleskopstaplers in immer größere Dimensionen. Bei 25, 30 Metern wurde es interessant. Mit dem Merlo Roto fanden wir die passende Maschine für unser Service-Segment.“ 

Als spannend und kreativ bezeichnet Maik Schwede, Regional-Verkaufsleiter der Merlo Deutschland GmbH, den Entscheidungsweg der Ellerauer aus Sicht des Anbieters. „In dem Moment, da der Kunde begann, mit uns über seine Idealmaschine zu reden, kam der letztendlich bestellte Sechs-Tonner gerade vom Zeichenbrett der Entwickler in die Produktion. Ich fuhr mit Herrn Hartmann ins italienische Werk, um ihn das Potenzial des Herstellers ´beschnuppern´ zu lassen. Der 60.24 hat im gesamten Teleskop-Markt eine Sonderstellung. Im Garten- und Landschaftsbau ist er eine Attraktion – eine, die für den Käufer hundertprozentig wirkt.“ 

Realisiert hat Schwede den Kundenauftrag mit Frank Dietze, dem Verkaufsleiter des Merlo Händlers HKL BAUMASCHINEN GmbH in Lübeck. Dietze merkt an: „Ein forderndes Dreivierteljahr lag zwischen Ideenschmiede und tatsächlicher Auslieferung. Merlo verdient einen Achtungspunkt, da dort alle Kundenwünsche im Grunde mit einer Standardmaschine bedient werden konnten; so der geringe Heckschwenkradius für´s Rangieren in Alleen, die Kombinierbarkeit von Bühne und Säge.“ Den zusätzlichen Aufwand für die Planung der Greifsäge und die daraus resultieren Änderungen bei der technischen Dokumentation sieht Dietze sportlich: „Das Tüfteln am Detail war motivierend. Und für den nächsten Galabau-Auftrag sind wir gut vorbereitet.“ (Quelle: Merlo) 

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