Lebensmitteleinkauf: Mit Smartphone im Supermarkt

Immer mehr Menschen verfolgen Produktion und Lieferketten mit digitalen Technologien - oftmals direkt mit dem Smartphone im Supermarkt.

Um das wachsende Informationsbedürfnis zu stillen, spielen digitale Technologien eine zusehends größere Rolle. Bild: GABOT.

Inhaltsstoffe, Herkunft und Herstellung: Das Informationsbedürfnis von Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Lebensmittelkauf wird immer größer. Welche Inhaltsstoffe wirklich in Produkten stecken, spielt für 73% bei der Kaufentscheidung im Supermarkt eine wichtige Rolle. Für die Hälfte (48%) der Kundinnen und Kunden ist Transparenz bei Herkunft und Herstellung ein relevantes Kriterium, bevor ein Produkt im Einkaufswagen landet. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter 1.007 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

An der Spitze des Rankings steht eine möglichst gesunde Ernährung – sie ist 9 von 10 Personen (92%) bei der Kaufentscheidung wichtig. Auch Informationen rund um Tierwohl (85%), Nachhaltigkeit (83%) und eine regionale Herstellung (83%) liegen einer deutlichen Mehrheit der Befragten am Herzen.

Um das wachsende Informationsbedürfnis zu stillen, spielen digitale Technologien eine zusehends größere Rolle. „Die Menschen wollen informiert durch die Regale gehen und bewusst ihre Produkte auswählen. Das Smartphone als ständiger Begleiter kann einen einfachen und schnellen Zugang zu Informationen verschaffen“, erklärt Andreas Schweikert, Bereichsleiter für Landwirtschaft beim Bitkom. Bereits jede vierte Person (24%) nutzt Barcode-Scanner auf Mobilgeräten, um sich Details zur Produktion oder Herkunft ihrer Produkte direkt im Supermarkt anzeigen zu lassen. Im Jahr 2019 machte erst jede fünfte Person (20%) von dieser Möglichkeit Gebrauch. Zudem informieren sich 22% (2019: 19%) mittels QR-Code über ihre Einkäufe.

Künftig dürfte der Anteil der Informationssuchenden weiter steigen, legt die Bitkom-Befragung nahe: 4 von 10 Personen (41%) können sich die Nutzung eines Barcode-Scanners, 35% eines QR-Codes vorstellen. Doch digitale Technologien können noch deutlich mehr Transparenz ermöglichen: Webcams gewähren etwa einen direkten Einblick in die Lebensmittelproduktion. Bereits 5% werfen so einen Blick in Deutschlands Tierställe; vor zwei Jahren tat das weniger als 1%. Bei Anbau und Produktion von Obst und Gemüse schauen 3% zu. Das Interesse wächst rasant: 41% können sich vorstellen, künftig per Webcam in den Tierstall zu schauen; im Jahr 2019 gaben das erst 32% an.

Bitkom-Experte Schweikert führt das auf das deutlich gewachsene Interesse am Tierwohl zurück: „Verbraucherinnen und Verbraucher fordern zunehmend Einblicke in die Haltungs- und Produktionsbedingungen. Digitale Technologien ermöglichen, den Weg bis in die Supermarktregale zu verfolgen. Davon sollten mehr Akteure entlang der Wertschöpfungskette Gebrauch machen.“ Beide Seiten würden gleichermaßen davon profitieren: „Landwirtinnen und Landwirte sowie Unternehmen, die auf Qualität und eine faire Produktion setzen, können ihren Absatz steigern, Verbraucherinnen und Verbraucher eine bewusstere Kaufentscheidung treffen.“ (BITKOM)

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