Gartenbau-Arbeitnehmerpreis erstmals verliehen

Erstmals hat die Hauptversammlung der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe in diesem Jahr einen Arbeitnehmerpreis verliehen.Münster - Mit dem Preis will die Landwirtschaftskammer ein Zeichen setzen und in der Öffentlichkeit deutlich machen, dass auch in den Berufen der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus anspruchsvolle und attraktive Arbeitnehmertätigkeiten angeboten werden und dass es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gibt, die die Anforderungen leistungsfähiger Unternehmen in hohem Maße erfüllen.

 

Nach Auffassung von Ernst-Otto Meinecke, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe, ist es für den Berufsstand von erheblicher Bedeutung, dass auch künftig Arbeitnehmer in ausreichender Zahl und mit hoher Qualifikation zur Verfügung stehen. Denn sie tragen mit ihrem Arbeitseinsatz ganz wesentlich zur Sicherung und zum Erfolg leistungsfähiger Unternehmen aus der Agrarwirtschaft bei. So arbeiten in den Betrieben der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus in Westfalen-Lippe augenblicklich etwa 22.000 Beschäftigte, davon allein 17.000 im Gartenbau. Die weiteren 5.000 sind in der Land- und Forstwirtschaft sowie in Spezialberufen tätig.

 

Ein Auswahlgremium hat aus den 15 eingereichten Vorschlägen zwei Bewerber ausgewählt. Davon kamen je sechs aus den Gebieten Gartenbau und Forstwirtschaft sowie drei aus der Landwirtschaft.

 

Da die beiden ausgewählten Personen jeder in seinem Bereich hervorragende Arbeit geleistet haben, werden in diesem Jahr zwei erste Preise zu je 1.500 Euro verliehen. Die beiden Preisträger sind der Gärtnermeister Franz-Josef Hackfurth (43) aus Bottrop und der staatlich geprüfte Gartenbautechniker Klaus Balcarczyk (50) aus Kamen.

 

Franz-Josef Hackfurth ist seit Abschluss seiner Ausbildung im Jahr 1976 im Gartenbaubetrieb von Ferdinand Kloer in Dorsten tätig. Dem Gärtnermeister ist die gesamte Betriebsführung anvertraut, so dass er ständig die Einteilung von 15 bis 17 Mitarbeitern vorzunehmen hat. In Spitzenzeiten kommen noch fünf bis 10 Saisonarbeitskräfte hinzu. Sein besonderes Anliegen ist, dass die Betriebsfläche von 23.000 qm für die Jungpflanzenaufzucht und Fertigware stets optimal genutzt wird. Beim Verkauf des Fertigproduktes laufen bei ihm die Fäden zusammen. Er handelt mit den Abnehmern die Menge, den Preis und die Anlieferung aus. Durch seinen persönlichen Einsatz hat er sich maßgeblich am Ausbau der Gärtnerei Kloer von einem Schnittblumenbetrieb über die Beet- und Balkonpflanzenproduktion zu einem der führenden Betriebe für die Anzucht von Jungpflanzen auf generativer Basis beteiligt.

 

Klaus Balcarczyk besuchte nach Gärtnerlehre und Fachabitur die Gartenbauschule in Münster-Wolbeck. Diese beendete er erfolgreich mit dem Abschluss staatlich geprüfter Gartenbautechniker. Nach dem Zivildienst hat er die praktische Arbeit in verschiedenen Betrieben des Garten- und Landschaftsbaues kennengelernt, bevor er Ausbilder für Fachwerker in einem Jugenddorf in Dortmund wurde und sich insbesondere um verhaltensauffällige und lernbehinderte junge Menschen kümmerte. Anschließend arbeitete er sechs Jahre in seinem Fachgebiet in einer Werkstatt für geistig behinderte Menschen und absolvierte eine zweijährige sonderpädagogische Zusatzausbildung. Danach war er sechs Jahre Leiter der Arbeitstherapie in einer landwirtschaftlichen Einrichtung für psychisch kranke Menschen. Seit 1999 leitet Balcarczyk die Abteilung Garten- und Landschaftsbau bei einem sozial-gewerblichen Beschäftigungsträger in Dortmund, der von der Landwirtschaftskammer auch als Ausbildungsbetrieb anerkannt ist. Klaus Balcaczyk ist seit 1984 Kammermitglied in der Kreisstelle Ruhr-Lippe, in verschiedenen Ausschüssen, Beiräten und Fachbeiräten tätig, Mitglied der Prüfungskommission im Garten- und Landschaftsbau sowie auch Mitglied der von den beiden Landwirtschaftskammern gegründeten Arbeitsgruppe zur Angleichung der Prüfungsaufgaben im Gartenlandschaftsbau. (LK)

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