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Cooltropics®: Die absolut winterharte Maracuja
Bei der Schwesterfirma Lubera AG hat Lubera Edibles schon länger mit winterharten Maracujas, Passiflora incarnata und Incarnata-Hybriden, herumgespielt. Aber dank Raphael Maier, einem Passiflora-Spezialisten, der zum Lubera Züchterteam gestoßen ist, konnte man das winterharte und fruchttragende Passiflora-Sortiment entscheidend ausbauen und auch den Kunden zur Verfügung stellen. Lubera startet in diesem Jahr mit zwei Sorten. In den nächsten Jahren bis 2025 werden nochmals 2-4 zusätzliche Sorten, mit unterschiedlichen Früchten aber auch mit unterschiedlichen Farben und Blütenarchitekturen dazustoßen.
Winterharte Stauden – der Mechanismus der Winterhärte
Die zunächst überraschende Winterhärte bis -15°C der Cooltropics® lässt sich mit einem ganz einfachen Mechanismus erklären: Incarnata Passionsfrüchte und Hybriden sind Stauden, sie ziehen sich im Herbst in die Wurzeln zurück und beginnen erst im späten Frühjahr und Frühsommer mit der Vegetation, wenn die Frühlingsfröste dem Austrieb nichts mehr antun können. Dabei treiben sie ausgepflanzt im Garten erst im Mai aus, sie brauchen einen deutlichen Wärmeimpuls, um aufzuwachen. In den ausgedehnten Züchtungsversuchen selektierte man Sorten, die in unserem Klima zuverlässig im Mai (mit etwas weniger Wärmeeinfluss im Vergleich zu den Naturbeständen) austreiben. Die Winterhärte geht bei etablierten Pflanzungen nochmals weit unter -15°C, die Winterhärte kann in sehr kalten Regionen auch mit einer im Herbst ausgebrachten Mulchschicht verbessert werden. Im Frühling wird die Mulchschicht dann wieder entfernt, damit der Wärmeimpuls die Pflanze aus dem Winterschlaf aufweckt.
Reifezeit und Fruchtqualität
Cooltropics® Züchter Raphael Maier von Lubera erklärt: "Wir suchen und selektionieren Maracuja-Sorten, die sicher im Mai austreiben, die sich dann extrem schnell entwickeln und eine reiche Blüte ansetzen. Nur so können wir im Oktober und November reife Früchte ernten. Die ersten zwei Sorten, die schon ältere Lubera Standardsorte Eia Popeia® und die neue Sorte Snowstar® erfüllen diese Kriterien schon sehr gut, setzen bei genügender Befruchtung auch gerne ein Dutzend und mehr gefüllte Früchte an. Besonders blütenreich und fruchtbar ist die weiße Sorte Snowstar®."
Befruchtung
Die aktuellen Sorten sind selbstunfruchtbar, das heißt sie entwickeln mit Fruchtfleisch gefüllte Früchte nur bei der Befruchtung durch den Pollen einer anderen Sorte. Wer nur eine winterharte Cooltropics®-Sorte pflanzt, kann die wunderschönen Blüten genießen. Wer zwei unterschiedliche Sorten pflanzt, wird schon im ersten Jahr exotische Früchte ernten.
Wie Cooltropics® Maracuja verkaufen?
Zierpflanzen, die auch ertragreiche und geschmacksvolle Nutzpflanzen darstellen, haben häufig ein Problem gemeinsam: Sie werden von keiner Seite richtig akzeptiert, die Zierpflänzler sehen in ihnen keine reinrassig schöne Sorte, und die Obstanbauer misstrauen der Schönheit, wie wenn Schönheit nicht auch genießbar und gut sein könnte… Wie und wo also soll man Cooltropics®, die fruchttragenden und winterharten Passionsfruchtpflanzen verkaufen?
Cooltropics® gehören nicht in den gemischten Obst-/Beeren-CC im Frühling
Cooltropics® gehen jedenfalls nicht mit dem typischen und fast schon allgegenwärtigen gemischten Obst-Beeren-CC im Frühling. Nicht weil sie nicht genügend sicher viele Früchte bringen werden, sondern weil dieses Sortiment im März und April verkauft wird, wenn die Cooltropics® Passionsfrüchte schlichtweg noch in ihrem verlängerten Winterschlaf sind. Man würde da letztlich nur Erde und Wurzeln verkaufen und ein verfrühtes Antreiben wäre wegen der Frostgefahr zu gefährlich. Bei Lubera hat man die Erfahrung gemacht, dass die Endkonsumenten zu dieser Zeit die Pflanze (noch) nicht verstehen, ungeduldig werden, nach den Wurzeln zu graben beginnen und nicht selten die Pflanze letztlich selber zerstören…
Produktion ab Sommer des Vorjahrs - Verkauf im Mai bis September
Cooltropics sollen im Mai bis September verkauft werden, idealerweise in etwas größeren Töpfen von 3 l bis 5 l. Dabei zielen die Cooltropics® genau ins gleiche Marktsegment wie andere sommerblühende Kletterpflanzen inklusive Clematis. Sie werden im Vorjahr sommergetopft und frei wachsen gelassen, im Winter werden sie zurückgeschnitten und frostfrei überwintert. Im Plastiktunnel oder Gewächshaus können sie dann ab März-April angetrieben werden und schließlich werden sie ähnlich wie Clematis um das Klettergerüst gedreht und aufgebunden, um dann mit den ersten Blüten ab Mai verkauft zu werden.
Perspektiven für Cooltropics® Passionsfrüchte
Bei Lubera sieht man durchaus die Perspektive, dass die Cooltropics® längerfristig zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Clematis werden, auch weil die Kultur im Garten sehr viel einfacher ist als bei den Clematis, die doch immer wieder Welkekrankheiten oder unpassenden Boden- und Standortverhältnissen zum Opfer fallen. Die Blüten sind komplexer und letztlich attraktiver als bei den Clematis, vor allem wenn es der Lubera-Züchtung gelingt, die Farbpalette entscheidend ausweiten. Kurz: Cooltropics® Maracuja sind die besseren und interessanteren Clematis – nur dass sie zusätzlich auch noch exotische Früchte tragen.

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