Mehr und vor allem cleverer verkaufen bei Kaufzurückhaltung und Preissensibilität

Angesichts der sich verdüsternden Konjunktur werden die Konsumenten preissensibler. Sie überlegen sich eher zweimal, ob sie etwas wirklich benötigen oder darauf verzichten können. Dieser Trend schlägt sich auch im Garten nieder und wird sich wohl noch verstärken. Daraus abgeleitet gibt es aber auch Chancen, die Pflanzenproduzenten zusammen mit ihren Abnehmern gezielt nutzen können.

Clever verkaufen. Bild: Lubera.

Wie immer versucht man bei Lubera Edibles von den bei Lubera.com sichtbaren Trends zu profitieren, daraus zu lernen. Natürlich findet der Verkauf von Lubera.com online statt, aber er erlaubt doch, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und auch die Erkenntnisse für die Pflanzenproduktion und für die Jungpflanzenkunden zu benutzen.

Was sind die auffälligen Trends bei Lubera.com?

Der Staudenabsatz ist im Höhenflug: Der Absatz von Stauden ist auch seit Corona – zumindest bei Lubera – sehr deutlich um rund 30% pro Jahr gewachsen. Im Juli dies Jahres, also sozusagen außerhalb der Saison, setzte man doppelt so viele Stauden ab wie vor einem Jahr.

Eine plausible Erklärung dürfte sein, dass Gartenbesitzer weniger auf Saisonpflanzen und Sommerflor und dafür viel mehr auf mehrjährige, ergo winterharte Stauden, setzen. Meist sind solche Verschiebungen aber mehrfaktoriell. Dazu kommt sicher das pekuniäre Argument: Stauden sind relativ günstig – und dennoch nachhaltig. Es könnte also auch Gehölzkunden geben, die ersatzweise auf Stauden setzen.

Kaufzurückhaltung, ein kleinerer Warenkorb: Trotz Preiserhöhungen spürt die Schwesterfirma einen deutlichen Druck auf den Warenkorb, der tendenziell kleiner wird. Konsumenten kaufen, Konsumenten kaufen aber für weniger Geld pro Einkauf Pflanzen ein. Dagegen bleibt die absolute Anzahl Verkäufe stabil und kann sogar mit geeigneten Maßnahmen (mehr Frequenz und Aktionen) relativ leicht auch gesteigert werden (im physischen Handel und online).

Aktionsaffinität: Schnäppchen gehen viel besser, die Aktionsaffinität hat definitiv zugenommen, bei den Wochendeals verkauft Lubera.com deutlich mehr als nur schon vor einem Jahr:

Wie kann man in Verkauf und Marketing, aber auch in der Produktionsplanung von diesen Tendenzen profitieren?

Wenn die Kunden preissensibler werden und auch ihren Warenkorb begrenzen (im physischen Geschäft wie im Internet, ist es natürlich nicht ganz einfach, aber auch nicht aussichtslos, passende Strategien zu finden. Lubera stellt drei mögliche Strategien vor:

  • Pflanzen finden, die dem Trend entgegenkommen

So wie Stauden Sommerflor teilweise ersetzen, könnten Ewige Gemüsepflanzen gegenüber dem einjährigen Gemüse Marktanteile gewinnen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Vorteile analog zu den Stauden (Langlebigkeit, verhältnismäßig günstiger Preis) deutlich ausgespielt werden.

  • Aktion mit kleineren, günstigeren Pflanzen – zur richtigen Zeit

Das ist die aktuell am meisten verfolgte Strategie. Die Frage ist: Warum werden diese Aktionen gerade dann gefahren, wenn die Kaufneigung am stärksten, ja fast unwiderstehlich ist, im Frühling? Da gibt es zeitweise ja sogar immer wieder die einmalige Situation, dass die Nachfrage größer ist als das Angebot, weil die Bestückung der Verkaufsflächen noch nicht vollständig erfolgt ist. Wäre es nicht besser, genau diese relativ primitiven Aktionen (kleine Pflanzen zum günstigen Preis, CC Mixes) im Sommer oder Frühherbst zu fahren, wenn die Nachfrage eben nicht so natürlich und selbstverständlich da ist, sondern erst geweckt werden muss? Dazu kommt, dass es finanziell und preiskalkulatorisch einfacher wäre, eine nicht überwinterte Pflanze aktionsweise zu verkaufen.

  • Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: günstig sein und dennoch den Warenkorb erhöhen

Das tönt jetzt wie die verkäuferische Quadratur des Kreises. Bei Lubera® sieht man sehr deutlich, dass die sogenannten Wochendeals sehr gut laufen. Da versucht man häufig auch mehrere Pflanzen oder ein ganzes Sortiment zu verkaufen, um neben dem Aktionseffekt (günstiger Preis) doch auch noch einen akzeptablen Warenkorb zu erhalten. Irgendwie sollten ähnliche Strategien (z.B. ein kleiner Beerengarten mit 4 Pflanzen in einem Körbchen oder mit einem Tragbügel schon auch im physischen Markt machbar sein.

  • Sommer und Herbst forcieren

Es ist klar: Pflanzen überwintern ist teuer. Schließlich braucht es Platz, Energie und Pflege. In Anbetracht von Kostendruck und schwindenden Margen gilt die Maxime, noch schlanker zu produzieren. Das geht nicht mit überwinterten Pflanzen. Die Folge daraus: Sommer-/Herbstverkauf forcieren, um möglichst wenig über den Winter zu schleppen.

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