Aktuelle Züchtungsprojekte in Buchs: Eindrücke eines Fotografen

Hunderte von Tomaten, Paprika, Süßkartoffeln sowohl im Topf als auch ausgepflanzt in endlos langen Reihen: Was Züchterherzen höher schlagen lässt, muss nicht zwingend auch für Außenstehende das Paradies auf Erden sein… Von Markus Kobelt mit dem Auftrag einer Fotosafari durch die aktuellen Züchtungsfelder beauftragt, könnte der Außenblick eines Fotografen, wenn auch mit pflanzenfachlichem Hintergrund, dennoch auch für Insider von Interesse sein…

Brauchen Süßkartoffeln einen neuen Namen?

Als bisher mehr mit Zierpflanzen bewanderter Zeitgenosse weckten die Süßkartoffeln mein besonderes Interesse. Während sich der Pflanzenzüchter die Dinger primär aus Sicht der Produktionsleistung und des Genusses anschaut, sind Pflanzen aus Sicht eines Fotografen von Natur aus vor allem Zierpflanzen… und klar, je bunter desto besser.

Die Süßkartoffeln legten im Beet- und Balkonpflanzenbereich seit rund 20 Jahren einen kleinen Run hin. Als Zierkartoffeln wurden vor allem limé- und purpurfarbene Sorten sehr beliebt. Der hängende Wuchs, verbunden mit der Eignung für vollsonnige, ja auch sehr warme Standorte hat sie für Kombinationen mit Geranien, Dipladenien und dergleichen geradezu prädestiniert. Interessant ist, dass die Süß- oder eben Zierkartoffel als Gemüse erst in den letzten Jahren mehr Bedeutung erlangte. Die Idee von Lubera®, Sorten mit Blick auf Zierde UND Ertragspotenzial zu entwickeln, ist verblüffend einfach – und vielversprechend. Besonders die Tatsache, dass die Zier-, Süß-, Blühkartoffel oder wie man diese neue Kategorie künftig nennen mag, sogar schöne, große Trichterblüten macht, die wie Calibrachoa-Zauberglöckchen aussehen, verblüfft.

Freilandtomaten die ihren Namen verdienen?

Die Tomaten haben leider unter einem heftigen Hagelschlag, der im Juli in Buchs niederging, am meisten gelitten. Dazu muss man wissen, dass das Hauptzüchtungsziel von Lubera® bei Tomaten die Resistenz gegen Braunfäule ist. Die ersten Sorten gibt es ja bereits auf Lubera.com unter dem Markenbegriff ‘Open Sky Freilandtomaten’.

Hagel, feuchtheisses Wetter, Kartoffelkulturen in der Nähe – es müsste ein Eldorado für die Braunfäule sein. Umso interessanter war die Tatsache, dass trotz der vielen inzwischen verdorrten Blätter, Triebe und Nekrosen an den Pflanzen kaum Braunfäule zu beobachten war, aber ganz viel gesunder Neuzuwachs. Das sieht sehr vielversprechend aus.

Ebenfalls interessant: in zwei Reihen standen Tomaten, die wie kleine Heckenpflanzen anmuteten. Sie waren buschig, vieltriebig und sehr kompakt im Wuchs. Die meisten kaum höher als 50 cm – und zudem voller Blüten. Im Gegensatz zu den bekannten Zwergtomaten, die determiniert sind, also nicht weiterwachsen und nur eine beschränkte Zahl Früchte hervorbringen, blühen und wachsen diese kompakten Heckentomaten ganz offensichtlich oben, während weiter unten mehr an den Stängelbasen haufenweise Früchte heranwachsen.

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