Schweiz: Bekämpfung der Kleinen Kohlfliege

Die Larven der Kleinen Kohlfliege verursachen große Ernteverluste. Zudem wird die Bekämpfung schwieriger, weil diverse Insektizide nicht mehr erlaubt sind. Neue Wege müssen eingeschlagen werden.

Die Larven der Kleinen Kohlfliege verursachen große Ernteverluste. Zudem wird die Bekämpfung schwieriger, weil diverse Insektizide nicht mehr erlaubt sind. Neue Wege müssen eingeschlagen werden. Unter anderem haben Forschende von Agroscope eigenes Wissen zu Biologie und Verhalten des Schädlings in ein deutsches Prognosemodell einfliessen lassen. Erste Resultate ergaben für 2013 einen Flugbeginn ab 20. April. Kennen Landwirte das Flug-Datum im Voraus, können sie Massnahmen zeitoptimiert und vorbeugend ergreifen.

Sobald im Frühjahr die Temperaturen steigen, tritt die Kleine Kohlfliege (Delia radicum) auf. Dieser Schädling erschwert den Anbau von qualitativ hochwertigen Gemüsekohlen, Radieschen und Rettichen.

Ein Warndienst soll's richten
Um gefährdete Kulturen zu schützen, sind Kenntnisse über Biologie und Verhalten der Kleinen Kohlfliege notwendig. Daher werden Flugaktivität und Eiablage wöchentlich an unterschiedlichen Standorten in der Schweiz untersucht. Dies geschieht im Rahmen des Warndienstes von Agroscope in Zusammenarbeit mit Gemüseproduzenten und kantonalen Fachstellen für Gemüsebau. Die Resultate werden zusammen mit weiteren Grundlagen für die Berechnungen in einem Prognosemodell verwendet, das am Julius Kühn Institut in Deutschland entwickelt wurde. Durch Eingabe aktueller und regionaler Werte verbessern Agroscope-Experten die Aussagekraft des Modells für Schweizer Verhältnisse. Das Ziel: den Flugbeginn der Kleinen Kohlfliege berechnen können. Diese Information dient den Gemüseproduzenten als Anhaltspunkt, ab wann sie mit der Kleinen Kohlfliege rechnen müssen.

Die Ergebnisse des Prognosemodells gaben für die Kleine Kohlfliege in diesem Jahr für die Deutschschweiz einen Flugbeginn frühestens ab dem 20. April an. Je nach Region konnten mit Hilfe von Wassergelbfallen tatsächlich erste Tiere gefangen und abgelegte Eier an den Pflanzen festgestellt werden. Nach dem Prognosemodell ist im Laufe der Woche mit einer deutlichen Zunahme der Eiablage der Kleinen Kohlfliege zu rechnen. Wetterbedingt ist das etwas später als 2012 (9. April) und 2011 (28. März). In den beiden letzten Jahren konnte in der Schweiz zudem erstmals eine vierte Generation des Schädlings festgestellt werden. Dadurch hat sich der Zeitraum verlängert, in dem die Kleine Kohlfliege auftreten kann.

Alternative Maßnahmen statt Insektizide
Doch wann müssen geeignete Massnahmen ergriffen werden? Für den Anbau von Gemüsekohlen, Radieschen und Rettichen bedeutet das, dass man die Kulturen ab Flugbeginn schützen muss, und auch während des gesamten Zeitraums, in dem die Kleine Kohlfliege auftritt. Der kontinuierliche Schutz ist notwendig, um Eiablage und anschliessende Fresstätigkeit der Larven zu verhindern und das über alle Generationen hinweg bis in den Herbst. Durch den Wegfall diverser Insektizide wurden die Massnahmen zur Bekämpfung der Kleinen Kohlfliege angepasst. Zur Bekämpfung der Kleinen Kohlfliege werden vorbeugende und alternative Massnahmen empfohlen, wie zum Beispiel die Abdeckung der Pflanzen mit Kulturschutznetzen. (acw) 

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