Sauerkirschen: Überall Ernteausfälle

Die Sauerkirschernten in den wichtigsten Anbaugebieten Europas und Lieferländern für den deutschen Markt werden 2005 wegen Frostschäden während der Blüte wahrscheinlich um bis zu 40% niedriger ausfallen als im Vorjahr.Nach den nicht kostendeckenden Erlösen können die Erzeuger in Deutschland und Ungarn, Polen und Serbien daher mit besseren Preisen rechnen; auf die Verbraucher kommen höheren Ausgaben für Konserven zu. Denn weder bei uns noch in unseren Lieferländern gibt es aus der Vorjahresernte Bestände, die das absehbare Rohwarendefizit ausgleichen könnten.

 

Bei Eis, Joghurt und Konfitüren und ähnlichen Produkten mit Sauerkirschanteil sind starke Preissteigerungen dagegen unwahrscheinlich, da die Hersteller beim Bezug der Fruchtzubereitungen eine Mischkalkulation vornehmen; das heißt, dass teure Rohware durch eine andere preiswerte Obstart ausgeglichen wird. Angesichts des knappen Angebotes in 2005 dürften Sauerkirschen dann allerdings nichts so häufig wie sonst als Fruchtzutat im Joghurt oder als Konfitüre zu finden sein.

 

Deutsche Ernte um rund ein Drittel kleiner

In Deutschland, wo 2004 rund 35.000 (Vorjahr: 33.700) Tonnen Sauerkirschen geerntet wurden, schätzen die repräsentativen Erzeugerorganisationen ihr diesjähriges Angebot um fast ein Drittel kleiner ein. Schuld daran sind allerdings nicht nur Frostschäden, sondern auch verstärkte Rodungen von Sauerkirschbäumen. Die Anbaufläche dürfte daher seit der letzten Baumobsterhebung 2002 von 4.200 Hektar auf 3.750 Hektar zurückgegangen sein. Von den hiesigen Sauerkirschen sind allenfalls bis zu 5% für den Frischmarkt bestimmt, der Rest geht in die Verarbeitung, hauptsächlich in die Produktion von Konserven. Deren Herstellungsmenge belief sich 2004 auf 31.000 (Vorjahr: 32.600) Tonnen.

 

Deutschland hat hohen Importbedarf

Deutschland kann seinen Bedarf an Sauerkirschen allerdings bei weitem nicht aus eigener Produktion decken. Hinzu kamen 2004 noch 22.700 Tonnen an Frischware. Dabei handelte es sich vor allem um Importe aus Ungarn, die überwiegend an die Konservenindustrie gingen. Die Frischimporte aus Polen und Serbien werden hierzulande hauptsächlich in der Saftproduktion eingesetzt. Die Einfuhren an gefrorenen Sauerkirschen für Konfitüren und Fruchtzubereitungen in Molkereiprodukten, Eis und Backwaren beliefen sich im vorigen Jahr auf 48.400 (Vorjahr: 59.600) Tonnen und stammten hauptsächlich aus Polen und Serbien. Das Angebot an Fertigkonserven aus dem Ausland, überwiegend aus Ungarn, umfasste 33.900 (Vorjahr: 37.400) Tonnen.

 

Polen – größter Sauerkirscherzeuger

In Polen als dem wichtigsten Sauerkirscherzeuger in Europa wird die diesjährige Ernte auf nur 130.000 Tonnen geschätzt, nachdem es 2004 rekordhohe 202.000 Tonnen gegeben hatte. Dabei wurden rund 10.000 Tonnen nicht einmal gepflückt. In Serbien, wo es im vorigen Jahr eine Rekordernte von 112.000 Tonnen Sauerkirschen gab, soll diesmal nur die Hälfte dieser Menge an den Bäumen hängen. In Ungarn wird die Ernte mit nur 35.000 Tonnen um 36% kleiner ausfallen. (ZMP)

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