Organische Düngung in Heil- und Gewürzkräutern

Verschiedene organische Stickstoffdünger ohne Blut- und Fleischmehl wurden in Heil und Gewürzkräutern getestet.Die Rückbesinnung auf natürliche Produkte eröffnet seit einigen Jahren den Landwirten einen expandierenden Markt, nämlich denjenigen der Heil- und Gewürzpflanzen. Die Kulturflächen von Salbei, Thymian, Melisse, Eisenkraut, usw. haben sich dementsprechend entwickelt und weisen zurzeit in der Schweiz rund 130 ha auf. Da diese Pflanzen gemäss den Grundsätzen des biologischen Landbaus kultiviert werden, sind nun die Landwirte nach dem Verbot, organische Dünger mit Blut- und Fleischmehl zu benutzen, gezwungen, auf andere weniger bekannte organische Stickstoffdünger zurückzugreifen. Die Schweizerische Forschungsanstalt für Pflanzenbau Changins (RAC) hat organische Dünger einerseits pflanzlichen Ursprungs (‘Biorga Vegi’, ‘Vinasse’, ‘Rizinusschrot) und andererseits pflanzlichen Ursprungs mit Hornpulverzusatz (‘Biorga Stickstoff’) getestet. Die Kosten von ‘Biorga Stickstoff’ und ‘Rizinusschrot‘ entsprechen in etwa denjenigen der verbotenen Dünger; ‘Biorga Vegi’ und ‘Vinasse’ kommen hingegen erheblich teurer zu stehen.

 

‘Biorga Stickstoff’ und ‘Rizinusschrot‘ ergaben ähnliche Erträge wie die organischen Dünger mit Blut- und Tiermehl. Bei der Verwendung vom ‘Rizinusschrot‘ ist allerdings grösste Vorsicht geboten (Allergiegefahr beim Ausbringen). ‘Biorga Vegi’ zeigte gute Resultate für Melisse, nicht aber für Salbei. ‘Vinasse’ hat für beide Kulturen die schlechtesten Resultate erbracht.

 

Aufgrund der Resultate der Versuche im Jahr 2001 kann die Forschungsanstalt den Produzenten von Heil- und Gewürzpflanzen die beiden organischen Stickstoffdünger ‘Biorga Stickstoff’ und ‘Rizinusschrot‘ als Alternativen zu den verbotenen Düngern mit Blut- und Tiermehl empfehlen.

 

(Christoph Carlen, Eidgenössische Forschungsanstalt für Pflanzenbau Changins)

Neuen Kommentar schreiben

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.