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Oberösterreich: Obstbau in schwieriger Erntesituation
Die Situation des Obstbaues ist auch in Oberösterreich maßgeblich geprägt durch die Frostschäden Ende April. Insbesondere das Steinobst war massiv betroffen. Ca. 60 Obstbauern stellten einen Antrag auf Erhebung der Frostschäden durch das Land Oberösterreich. Die Frostschadenserhebung ist derzeit bei Stein- und Beerenobst abgeschlossen und wird bei Kernobst durch einen Sachverständigen fortgeführt.
Erdbeeren
Erdbeeren werden in OÖ derzeit auf 400 ha kultiviert. 250 ha davon werden im Wege der „Selbstpflücke“ vermarktet. Eine Fläche von 150 ha dient der Belieferung des Lebensmittelhandels. Diese Fläche hat sich in den letzten Jahren um ca. 50 ha gesteigert. Relativ neu ist der geschützte Anbau von Erdbeeren im Folientunnel. Im Wesentlichen handelt es sich um 3 ha. Die Ernte der durch Abdeckung verfrühten Erdbeeren startete heuer im Eferdinger Becken um den 20. Mai, gefolgt von der Freilandernte ab dem 5. Juni. Sie dauerte bis in die erste Juliwoche in den Voralpen am Rande des südlichen Berglandes und in den Hochlagen des Mühlviertels. Die Erdbeersaison verlief trotz Frost im Vergleich zu anderen Bundesländern grundsätzlich positiv. Die kühl-feuchte Witterung war den Erdbeeren eher zuträglich. Bei tiefen Temperaturen gibt es kaum Pilzkrankheiten. Bedingt durch den Frost wurden um 30 bis 40% weniger Früchte geerntet, in wenigen Einzelfällen betrug der Ausfall 60 bis 70%.
Kirschen
Es konnten heuer frostbedingt nur 5 bis 10% einer Normalernte eingebracht werden, welche den Konsumenten in der Direktvermarktung zu Gute kamen. Der Lebensmittelhandel konnte heuer nicht beliefert werden.
Marillen
Nach 15 erfolgreichen Jahren gab es heuer durch den Frost einen Totalausfall bei den Marillen.
Äpfel
Auf ca. 360 ha Tafelapfelfläche ist ein Ertrag von etwa 10.000 t zu erwarten. Der bisherige Witterungsverlauf war der Entwicklung des Apfels sehr zuträglich. Die wesentlichen Faktoren der Bekämpfung des Schorfes und des Apfelwicklers konnten durch ein Warndienstsystem optimiert werden. Ca. 5.000 t Tafeläpfel werden über eine Erzeugerorganisation vermarktet, weitere 5.000 t ab Hof, über Märkte oder durch Zustellung seitens der Obstbauern. Die Frostschäden betrafen nur wenige Betriebe mit Apfel, einzelne Flächen wurden allerdings massiv geschädigt.
Streuobst
Bedingt durch Frost und Alternanz wird heuer die Streuobsternte bei nur 25 bis 30% eines Normaljahres liegen. Gebietsweise wird aufgrund der geringen Mengen gar keine Vermarktung stattfinden. Andererseits werden professionelle Verarbeiter die geringen Mengen teilweise verstärkt nachfragen, weil auch in anderen Ländern frostbedingt Ernteausfälle zu erwarten sind. (lkooe)

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