Naturland: Mehr Frauen ins Ehrenamt

Das Naturland-Präsidium soll künftig paritätisch besetzt werden.

Die Herbstverhandlung der Naturland-Delegierten fand auf Gut Wöllried nahe Würzburg statt. Bild: Naturland.

Naturland stärkt die Position von Frauen in der Verbandsarbeit. Das Naturland-Präsidium, die ehrenamtliche Führungsspitze des internationalen Öko-Verbands, soll künftig mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt sein. Eine entsprechende Satzungsänderung wurde von der Naturland-Delegiertenversammlung am Donnerstag in Würzburg einstimmig verabschiedet.

Die Satzungsänderung sieht vor, dass das Präsidium von derzeit fünf auf sechs gleichberechtigte Mitglieder erweitert wird, wovon die Hälfte Frauen sein sollen. Die Änderung erfolgte in Vorbereitung auf die im kommenden Jahr anstehenden Neuwahlen der Naturland-Gremien. Aktuell gehören dem Naturland-Präsidium drei Männer und zwei Frauen an.

Marion Bohner: Signalwirkung für das gesamte Naturland-Ehrenamt

„Frauen sind in der Landwirtschaft, die ja eher traditionell geprägt ist, noch immer viel zu wenig sichtbar. Indem wir die paritätische Besetzung des Naturland-Präsidiums als Ziel in unserer Satzung festschreiben, wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert“, sagte Naturland-Präsidiumsmitglied Marion Bohner auf der Delegiertenversammlung.

Von der Satzungsänderung soll dabei über das Präsidium hinaus eine Signalwirkung für das gesamte Naturland-Ehrenamt ausgehen: „Wir haben unglaublich viele tolle Bio-Bäuerinnen bei Naturland, die wir motivieren wollen, sich im Verband mit seinen verschiedenen Gremien aktiv einzubringen“, sagte Bohner. Auch wenn formal nur der Mann als Betriebsleiter eingetragen sei, wie in Familienbetrieben noch häufig der Fall, sei das kein Hinderungsgrund. „Familienmitglieder, die im Betrieb mitarbeiten, sei es die Ehefrau oder seien es die Kinder, können nach unserer Satzung ebenfalls für einen Posten etwa im Landesvorstand oder in der Delegiertenversammlung kandidieren“, unterstrich Bohner.

Aktuell sei mit einem Frauenanteil von 12,5% unter den Delegierten noch viel Luft nach oben, räumte Bohner ein. Deswegen werde die paritätische Besetzung des Präsidiums in der Satzung auch als Ziel und nicht als feste Quote formuliert. „In der Beratung für Naturland liegt der Frauenanteil schon heute bei 50%. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir bei den Gremienwahlen im kommenden Jahr dann auch im Verband ein gutes Stück vorankommen werden“, fügte das Naturland-Präsidiumsmitglied hinzu.

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