Magdeburg: LLG rüstet sich für Flugphase des ALB

Aufgrund der aktuell anhaltenden hohen Temperaturen rechnet die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt demnächst mit dem Beginn der Flugphase des Asiatischen Laubholzbockkäfers (ALB) in Sachsen-Anhalt.

Aufgrund der erheblichen Gefahr für die heimischen Laubholzbestände gilt der ALB in der EU als prioritärer Quarantäneschädling. Bild: © LLG.

Um das Flugverhalten dieses Schädlings genau zu beobachten und frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können, wurden gezielt Pheromonfallen (Lockstofffallen) installiert.

Überwachung in der Quarantänezone

Die Maßnahmen finden innerhalb einer festgelegten Quarantänezone statt, die hauptsächlich das Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg umfasst und sich teilweise in die angrenzenden Landkreise Jerichower Land und Börde erstreckt. Die genaue geografische Abgrenzung der Quarantänezone ist auf einer Karte dokumentiert und dient als wichtige Grundlage für die Bekämpfungsmaßnahmen.

Installation und Kontrolle der Fallen

„Unsere Pflanzenschutzinspektoren und Monitoringmitarbeiter haben die Fallen an über 300 Bäumen angebracht. Die Standorte haben wir aufgrund der bisherigen Erfahrungen aus dem seit 2014 laufenden Monitoring festgelegt“, sagt Christian Wolff als zuständiger Dezernatsleiter bei der Landesanstalt und erläutert weiter, dass die Fallen der Überwachung des Käferfluges dienen und keine Bekämpfungsmaßnahme darstellen. Die laufende Kontrolle der Fallen übernimmt überwiegend der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe der Landeshauptstadt Magdeburg auf Grundlage einer Kooperationsvereinbarung mit der Landesanstalt.

Erhöhte Fallenzahl und Monitoring-Methoden

Die Anzahl der Fallen wurde im Vergleich zum Vorjahr noch einmal erhöht, nachdem im August 2025 erneut einige ALB am östlichen Rand des Biederitzer Buschs festgestellt wurden. „Wir finden nur noch sehr selten lebende Stadien des Schädlings und befinden uns daher weiterhin in der letzten und damit entscheidenden Phase der Tilgung in Magdeburg. Es kommt jetzt darauf an, die letzten befallenen Bäume zu finden. Die Fallen sind hierfür eine wertvolle Unterstützung“, sagt Wolff.

Durch die Lockwirkung der Pheromone werden hauptsächlich Weibchen, aber auch Männchen, nur dieser Käferart angelockt. Die Käfer versuchen an der Falle zu landen, rutschen jedoch an den glatten Fallenwänden in das mit Kochsalzlösung befüllte Gefäß an der Fallenunterseite. Bei den wöchentlichen Kontrollen werden die Fallen geleert und regelmäßig mit neuen Lockstoffen bestückt. Der beschriebene Wirkungsradius der Lockstofffallen beträgt ca. 100 Meter. Befindet sich ein Käfer in der Falle, ist dies ein Hinweis dafür, dass verstärkt nach bislang nicht entdeckten befallenen Brutbäumen gesucht werden muss.

Ergänzende Maßnahmen und Bürgerbeteiligung

„Ein Fang in einer Lockstofffalle führt nicht automatisch zu einer Fällmaßnahme“, erklärt Wolff. Dennoch wird weiterhin genau geprüft, ob aktive Brutbäume im Gebiet vorhanden sind. Das Fallenmonitoring ergänzt das Boden- und Kronenmonitoring. Zudem werden Spürhunde eingesetzt. Fangen die Pheromonfallen von Mitte Mai bis Ende Oktober keine Käfer, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass keine weiteren Käfer geschlüpft sind. Zusätzlich läuft seit Mai das Sommerbodenmonitoring, bei dem Wirtspflanzen mit dem Fernglas auf Befallssymptome kontrolliert werden. Die Landesanstalt ist auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen und dankt für die bisherige Aufmerksamkeit. Für Verdachtsfälle gilt eine Meldepflicht. Jede Meldung wird unverzüglich durch Fachleute vor Ort geprüft.

Appell zum Schutz der Fallen

„Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Gäste der Stadt Magdeburg, die Fallen nicht zu beschädigen oder zu entwenden und uns gegebenenfalls beobachtete Schäden zu melden“, appelliert Wolff und fügt hinzu: „Sie sind ein wichtiges und umweltschonendes Instrument für die Überwachung. Diese ist notwendig, damit der ALB im Quarantänegebiet bald ausgerottet werden kann und damit keine Gefahr mehr für den wertvollen Baumbestand der Landeshauptstadt und des Umlandes darstellt. Wir hoffen nun, dass wir die Ausdehnung der aktuell ca. 50 km² großen Quarantänezone demnächst Stück für Stück reduzieren können.“

Überwachung von Riskostandorten in Sachsen-Anhalt

Verpackungsholz gilt als möglicher Einschleppungsweg des ALB in die EU. Daher wurden im Hafen Haldensleben und am Güterbahnhof Halle (Saale) je eine ALB-Falle installiert, um eine Einschleppung frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Außerhalb der Quarantänezone Magdeburg wurden bisher keine ALB in Sachsen-Anhalt festgestellt.

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