Landesgartenschau Ellwangen: Knapp eine Million Besucher

Nach 164 Tagen ist die Landesgartenschau (LGS) Ellwangen 2026 zu Ende gegangen. Was am 24. April als Zukunftsprojekt für Ellwangen und die Region eröffnet worden war, entwickelte sich zu einem herausragenden Sommer voller Natur, Kultur, Begegnungen und gemeinschaftlichem Engagement.

Fahnenübergabe an Rottweil auf der Sparkassen Heimatbühne am letzten Tag der Landesgartenschau Ellwangen. Foto: Fuzzi&Fuzzi Medienproduktion.

Insgesamt 987.265 Besucherinnen und Besucher haben die Landesgartenschau besucht. Neben 38.374 Dauerkarten verzeichnet die Landesgartenschau 291.253 Tageskarten. Die Gäste kamen aus Ellwangen, der Ostalb, Baden-Württemberg und weit darüber hinaus. Damit hat die Landesgartenschau die überregionale Ausstrahlung Ellwangens eindrucksvoll unter Beweis gestellt. „Die Landesgartenschau ist für Ellwangen weit mehr als ein großes Ereignis. Sie ist ein Zukunftsprojekt, das unsere Stadt nachhaltig verändert. Wir haben Ellwangen wieder stärker an die Jagst gebracht, neue Grün- und Freiräume geschaffen und die Lebensqualität in unserer Stadt weiterentwickelt. Vieles von dem, was in den vergangenen Jahren entstanden ist, bleibt dauerhaft und wird auch über das Jahr 2026 hinaus das Stadtbild prägen“, sagt Oberbürgermeister Michael Dambacher. „Gleichzeitig hat die Landesgartenschau gezeigt, was möglich ist, wenn eine ganze Stadt gemeinsam anpackt. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, der Vereine, der Unternehmen, der Ehrenamtlichen und aller beteiligten Partner ist ein wesentlicher Teil dieses Projekts. Darauf können wir als Stadt sehr stolz sein.“

Mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm wurde die Landesgartenschau zu einem lebendigen Treffpunkt für alle Generationen. Konzerte und Musik, Kunst und Kultur, Sport und Gesundheit, Natur- und Umweltangebote, Kinder- und Familientage, Führungen, Thementage, Podiumsdiskussionen und Vorträge boten ein vielfältiges Programm. Sämtliche Veranstaltungen waren im Eintrittspreis enthalten – von großen Konzertabenden und kulturellen Höhepunkten bis zu Vereinsveranstaltungen, Mitmachangeboten und Führungen. Zu den besonderen Höhepunkten zählten unter anderem die spektakuläre „GAIA“-Installation von Luke Jerram sowie die Ausstellung „Garden Futures – Designing with Nature“ des Vitra Design Museums. Schaugärten, Blumenschauen, Kunstprojekte und zahlreiche weitere Ausstellungsbeiträge machten das Gelände sowie die direkt ans Gelände angrenzende Innenstadt zu einem Ort des Entdeckens. Das „Grüne Klassenzimmer“ vermittelte Kindern und Jugendlichen Zukunftsthemen rund um Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit.

„Die Landesgartenschau hat über 164 Tage hinweg gezeigt, wie vielfältig ein solches Projekt sein kann. Das umfangreiche Programm, die zahlreichen Veranstaltungen und die unterschiedlichen Angebote haben Menschen aus Ellwangen und weit darüber hinaus erreicht. Besonders beeindruckend ist für mich, mit welcher Begeisterung die Besucherinnen und Besucher die Gartenschau angenommen haben“, sagt Stefan Powolny, Geschäftsführer der Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor waren die zahlreichen Menschen, die die Landesgartenschau mit ihrem Engagement getragen haben. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz der Ehrenamtlichen. Sie begrüßten und informierten Gäste, begleiteten Führungen, unterstützten Veranstaltungen und leisteten an vielen Stellen einen wichtigen Beitrag zum Gelingen. Auch zahlreiche Vereine, Institutionen und Unternehmen brachten sich mit eigenen Angeboten und Veranstaltungen ein.

„Das Ehrenamt ist einer der größten Schätze dieser Landesgartenschau. Die vielen Helferinnen und Helfer prägen die Gartenschau mit ihrer Persönlichkeit, ihrer Begeisterung und ihrer Herzlichkeit. Dieses Engagement ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die LGS von so vielen Menschen als gemeinsames Projekt erlebt wurde“, betont Stefan Powolny.

Der Dank gilt ebenso den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landesgartenschau und der Stadtverwaltung, den Partnern und Sponsoren, den beteiligten Unternehmen, Gärtnerinnen und Gärtnern, Künstlerinnen und Künstlern, Vereinen, Institutionen, Rettungs- und Sicherheitskräften, Dienstleistern sowie allen weiteren Beteiligten.

Mit dem Ende der Landesgartenschau endet die Entwicklung des Geländes nicht. Ein wesentlicher Teil der in den vergangenen Jahren geschaffenen Infrastruktur war von Beginn an dauerhaft angelegt. Aus dem Landesgartenschaugelände ist der Jagstpark entstanden.

Vom Brückenpark über den Stadtpark bis zum Auenpark verbindet der neue Freiraum Stadt, Landschaft und Jagst auf besondere Weise. Zahlreiche während der Landesgartenschau entstandene Angebote bleiben dauerhaft erhalten. Dazu gehören unter anderem der Sparkassen-Stadtstrand an der renaturierten Jagst, das Jugend- und Kulturzentrum Treff.26, die Sportarena mit Angeboten für Streetball, Calisthenics und Tischtennis, der Beachvolleyballplatz, die Skateanlage, der neue Auenspielplatz und der Aussichtsturm Jagstblick. Ergänzt wird das Angebot durch neue Wege, Grünflächen sowie zahlreiche Aufenthalts- und Spielflächen.

„Wir verabschieden die Landesgartenschau, aber nicht das, was sie für Ellwangen geschaffen hat“, sagt LGS-Geschäftsführer Nils Degen. „Mit dem Jagstpark ist ein neuer, dauerhafter Freiraum mitten in unserer Stadt entstanden. Das gesamte Gelände sowie die vielen neuen Wege und Grünflächen werden auch künftig von den Menschen genutzt. Der Jagstpark steht damit für die nachhaltige Wirkung der LGS.“

Eine zentrale Maßnahme der Daueranlage war die ökologische Aufwertung der Jagst. Der Fluss wurde aus seinem bisherigen, stark befestigten und geradlinigen Verlauf herausgelöst und erhielt einen natürlicheren Lauf mit neuen Flussschleifen. Zugleich wurde die Gewässerstruktur ökologisch aufgewertet und die Verbindung zwischen Stadt und Fluss neu erlebbar gemacht. Die Maßnahmen leisten damit einen Beitrag zu Natur- und Hochwasserschutz, Artenvielfalt, Stadtklima und Lebensqualität. Auch zahlreiche weitere Bestandteile der Daueranlage bleiben erhalten: Wege, Grünflächen, Bäume, Spiel- und Aufenthaltsbereiche, Brücken und weitere Infrastruktur stehen der Öffentlichkeit auch nach dem Ende der LGS zur Verfügung. Temporäre Ausstellungsbeiträge und Einrichtungen werden dagegen zurückgebaut, weswegen das Gelände nach dem Ende der Schau noch für einige Zeit für die Öffentlichkeit gesperrt werden muss.

Die Landesgartenschau hat damit nicht nur für 164 Tage einen besonderen Ort geschaffen, sondern eine langfristige städtebauliche und landschaftliche Entwicklung angestoßen. Auch als Wirtschafts-, Tourismus- und Lebensstandort hat Ellwangen von der Landesgartenschau profitiert. Zahlreiche Gäste lernten die Stadt neu oder erstmals kennen, besuchten Gastronomie und Einzelhandel, übernachteten in der Region und entdeckten die Angebote Ellwangens und des Umlands. Gleichzeitig entstanden neue Kooperationen und Netzwerke zwischen Vereinen, Institutionen, Unternehmen, Kulturschaffenden, Bildungseinrichtungen und weiteren Akteuren. Die Wirkung der Landesgartenschau lässt sich daher nicht allein an Besucherzahlen messen. Sie zeigt sich ebenso in der dauerhaft aufgewerteten Stadtlandschaft, neuen Aufenthalts- und Erholungsräumen, der engeren Verbindung von Stadt und Jagst, ökologischen Verbesserungen und einem gestärkten Bewusstsein für die Potenziale Ellwangens.

Jetzt ist Rottweil am Zug

Am letzten Veranstaltungstag, dem 4. Oktober, wurde die Landesgartenschau-Fahne weitergereicht. Ellwangen hatte sie im Herbst 2024 im Rahmen des Abschlusswochenendes der Landesgartenschau in Wangen im Allgäu übernommen. Bei einem fulminanten Abschlussfest vor mehreren 1000 Gästen und Besuchern übergab Michael Dambacher auf der Sparkassen Heimatbühne die Fahne offiziell an seinen Rottweiler Amtskollegen Dr. Christian Ruf. Rottweil wird die LGS im Jahre 2028 ausrichten. Damit wurde die Tradition der Landesgartenschauen in Baden-Württemberg weitergeführt: Die Fahne zog weiter, die Erinnerungen an die Ellwanger Gartenschau bleiben.

Mit dem Abschluss der Landesgartenschau geht für Ellwangen ein außergewöhnliches Kapitel zu Ende. Die Veranstaltung hat zahlreiche Begegnungen, Erlebnisse und gemeinsame Erinnerungen geschaffen. Zugleich bleibt vieles von dem, was für die Landesgartenschau entstanden ist, dauerhaft bestehen.

„Die Landesgartenschau ist ein Kraftakt. Aber sie ist vor allem eine Gemeinschaftsleistung“, erläutert Nils Degen. „Viele Menschen haben diese Landesgartenschau mitgetragen und zu ihrer eigenen gemacht. Dieses gemeinsame Engagement ist ein wichtiger Teil dessen, was von der LGS bleibt. Mit dem Jagstpark beginnt zugleich ein neues Kapitel für Ellwangen.“ Die Landesgartenschau 2026 ist damit Geschichte. Ihre Ergebnisse und ihre Impulse wirken jedoch über den Abschluss hinaus.

Die Stadt Ellwangen und die Landesgartenschau Ellwangen 2026 GmbH danken allen Besucherinnen und Besuchern, Ehrenamtlichen, Partnern und Sponsoren, Mitwirkenden und Unterstützern, die zum Gelingen dieser besonderen Landesgartenschau beigetragen haben.

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