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Laimburg: Aktuelle Forschung zur Obstlagerung
Die Lagerung spielt eine entscheidende Rolle dabei, die Qualität von Obst nach der Ernte zu erhalten. Im Mittelpunkt der 27. Lagerungstagung am 7. August 2026 am NOI Techpark in Bozen standen daher aktuelle Forschungsergebnisse zur Lagerung verschiedener Apfelsorten, zur Vorhersage von Fruchtreife und Lagerstörungen sowie zu innovativen und energieeffizienten Lagerungstechnologien.
„Die Anforderungen an die Obstlagerung steigen kontinuierlich. Klimawandel, neue Sorten und hohe Qualitätsansprüche erfordern innovative Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit unserer Forschung wollen wir die Fruchtqualität langfristig sichern, Ressourcen effizient nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit des Obstbaus nachhaltig stärken“, erklärte Michael Oberhuber, Direktor des Versuchszentrums Laimburg.
Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung waren die Witterungsbedingungen, denn klimatische Faktoren beeinflussen die Lagerfähigkeit von Äpfeln maßgeblich. „Die bisherige Witterung im Jahr 2026 war zwar von unterdurchschnittlichen Niederschlägen und verschiedenen Hitzewellen geprägt, insgesamt wurde der Verlauf der Fruchtentwicklung aber kaum beeinträchtigt”, so Martin Thalheimer, Forscher am Versuchszentrum Laimburg.
Lagerfähigkeit von Äpfeln: Sortenspezifische Lagerungsstrategien ausschlaggebend
Die Sorte Scilate/Envy™ zeichnet sich durch ihre hohe Fruchtqualität und ihre sensorischen Eigenschaften aus, die sich häufig erst während der Lagerung entwickeln. Gleichzeitig steigt mit der Lagerung das Risiko für bestimmte physiologische Schäden. Auch biologisch produzierte Äpfel sollen das ganze Jahr über in hoher Qualität verfügbar sein. Bio-Sorten wie Bonita und SQ159/Natyra® stellen dabei hohe Anforderungen an die Qualitätssicherung. Mehrjährige Untersuchungen zeigen, dass vor allem der Erntezeitpunkt entscheidend ist, um Frische, Geschmack und Lagerfähigkeit zu erhalten. Eine zu späte Ernte erhöht das Risiko für Qualitätsverluste und physiologische Störungen wie Fruchtfleischbräune oder Glasigkeit. Diese inneren Schäden können die Produktqualität erheblich beeinträchtigen.
„Unser Ziel ist es, Lagerungsstrategien zu entwickeln, die auf die spezifischen Eigenschaften und Anforderungen der jeweiligen Sorte abgestimmt sind. Dabei untersuchen wir unter anderem die Ursachen innerer Fruchtverbräunungen sowie den Einfluss von Erntezeitpunkt, Herkunft und Lagerbedingungen auf die Fruchtqualität. Die gewonnenen Erkenntnisse sind grundlegend dafür, die Fruchtqualität langfristig zu sichern – damit Verbraucherinnen und Verbraucher das ganze Jahr über hochwertige Äpfel genießen können“, so Angelo Zanella, Leiter der Arbeitsgruppe Lagerung und Nacherntebiologie des Versuchszentrums Laimburg.
Bewährte Lagertechnologien mit neuen Forschungsansätzen
Mit der dynamisch kontrollierten Atmosphäre (DCA) wurde am Versuchszentrum Laimburg vor rund 20 Jahren eine Lagertechnologie entwickelt, die heute weltweit als Maßstab für die langfristige Lagerung von Äpfeln gilt. Forschende am Versuchszentrum arbeiten laufend daran, dieses Verfahren weiter zu verbessern und mit neuen Technologien zu kombinieren. Dazu zählt auch eine Methode, die anhand eines „elektrischen Fingerabdrucks“ Veränderungen im Inneren der Früchte erkennt und so Rückschlüsse auf ihren Reifezustand und ihre Qualität ermöglicht, ohne die Äpfel zu beschädigen. Ziel ist es, Qualitätsverluste frühzeitig zu erkennen und die Früchte möglichst lange in hoher Qualität zu erhalten.
Energie sinnvoll nutzen
Steigende Energiekosten machen die Energieeffizienz von Obstlagern zunehmend zu einem wirtschaftlichen Schlüsselfaktor. Unter den Gastbeiträgen der Lagerungstagung zeigten Forschende des Kompetenzzentrums Obstbau Bodensee auf, wie sich der Energieverbrauch bereits mit geringem Investitionsaufwand und kleinen Anpassungen bei der Steuerung von Kühlsystemen und Ventilatoren senken lässt. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt jedoch stark von den jeweiligen Lagerbedingungen, den gelagerten Produkten und den technischen Voraussetzungen vor Ort ab. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu senken, ohne Fruchtqualität und Lagerstabilität zu beeinträchtigen.
Ergänzend dazu stellte Eurac Research das Projekt „CoolST“ vor, an dem auch das Versuchszentrum Laimburg beteiligt ist. Das Forschungsvorhaben wird vom Klimaplan 2040 der Autonomen Provinz Bozen finanziert. Es untersucht den Energieverbrauch des Kühlsektors in Südtirol und entwickelt Prognosen für den zukünftigen Energiebedarf.

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