Kartoffeln: Pflanzgutknappheit gefährdet Flächenzuwachs

Nach Einschätzungen der NEPG könnte der erwartete Flächenzuwachs geringer ausfallen als gedacht.

Nach Einschätzungen der NEPG (North-Western European Potato Growers) könnte der erwartete Flächenzuwachs geringer ausfallen als gedacht. Außer in England ist in allen 5 NEPG Ländern deutlich zu wenig Pflanzgut für Industriekartoffeln verfügbar. Gleichzeitig werden die Verarbeiter ihre Kapazität um 700 bis 800.000 t  erhöhen und die Vertragspreise sind um 20 bis 30 Euro pro t für Frühe (Lieferung Mitte Juli) und um 10 bis 15 Euro pro t für die Haupternte erhöht worden.

Alternativen
Anbauer und Verarbeiter suchen nach Alternativen, um die Pflanzgutknappheit auszugleichen (z. B. sehr kleines Pflanzgut 25 – 28 mm, schneiden, andere / neue Sorten oder Zweinutzungssorten). Neue, weniger bekannte Sorten, mehr Bintje und Sorten wie Asterix und Desiree werden vermutlich gepflanzt werden. Da die meisten Industriekartoffelsorten in den Händen der Verarbeiter sind, gibt das diesen die Möglichkeit Verträge mit den Anbauern über die entsprechenden Erntemengen zu schließen.

Über die Erntemenge in 2017 kann noch keine Aussage getroffen werden. Wenn sich die Erträge auf einem durchschnittlichen Niveau bewegen, werden selbst unter Annahme der Anbaufläche des letzten Jahres, genug Kartoffeln verfügbar sein.

Lagerbestände und Markt
Für die zweite Hälfte dieser Saison werden eine Reihe der NEPG Länder ihre Zahlen über Lagerbestände in den nächsten Wochen veröffentlichen. Es wird erwartet, dass die Bestände insgesamt niedriger sind als letztes Jahr. Dies zeichnet sich auch in dem aktuellen Preisniveau und dem Terminmarkt ab. Die größten Einflussfaktoren werden der Anteil an nicht verarbeitbaren Kartoffeln und die Flexibilität der Verarbeiter hinsichtlich bestimmter Qualitätskriterien sein. Dies wird den Anteil freier Ware maßgeblich bestimmen.

Die Bedingungen zum Pflanzen sowie der Zeitpunkt werden die Stimmung im Markt beeinflussen. Jedoch ist es offensichtlich, dass es eine große Nachfrage nach guter Lagerware und frühen Kartoffeln im Juli geben wird. Der hohe Pflanzgutpreis ist bei der Kostenkalkulation zu berücksichtigen. 

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