- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Lubera auf der IPM 2026
- E/D/E: Zweistelliges Wachstum
E/D/E: Zweistelliges Wachstum
Was nach dem 3. Quartal 2005 noch schwierig aussah, ist dem Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler, E/D/E, dank verbesserter Ergebnisse in den letzten Monaten doch noch gelungen. Die ambitionierten Planzahlen bei Umsatz und Ertrag wurden auf den Punkt erreicht. Der Umsatz wuchs um 307 Mio. Euro auf 3,193 Mrd. Euro, der Cash flow um 1,5 Mio. Euro auf 21,8 Mio. Euro. Damit konnte die geplante Erhöhung des Eigenkapitals um 13,4 Mio. Euro auf 136,5 Mio. Euro realisiert werden. Die Eigenkapitalquote blieb mit 32% konstant.
Auch die Rückvergütungen an die Mitglieder haben in 2005 ein neues Allzeit-Hoch erreicht. Sie konnten um 10,1 Mio. Euro auf insgesamt 88,5 Mio. Euro aufgestockt werden und stärken somit die Ertragslage der angeschlossenen Händler in der schwierigen Konjunkturlage.
Schrumpfende Marktverhältnisse in der Branche
Entgegen der positiven Entwicklung des E/D/E war auch in 2005 vom Marktumfeld kaum etwas zu erwarten. Im Gegenteil: die erneut enttäuschenden Resultate im Baugewerbe mit nochmaligen Tiefstständen bei Baufertigstellungen und Baugenehmigungen haben zum wiederholten Male das Marktvolumen für die Händler in Deutschland schrumpfen lassen. In Teilbereichen wurde inzwischen bereits die 10. Talsohle in Folge erreicht.
So entwickelte sich der Markt für Haustechnik (Sanitär + Heizung) 2005 nochmals um etwa 2% rückläufig. Diese Branche blickt insgesamt jedoch mit leichtem Optimismus in die Zukunft, denn bundesweit sind 8 Mio. Bäder älter als 15 Jahre und somit sanierungsbedürftig. Auch der durch Gesetzesvorgaben erforderliche Austausch von Millionen Heizkesseln in den nächsten Jahren verspricht wieder steigende Umsätze. Im Bereich der Fenster- und Türbeschläge lagen die Rückgänge bei 9 bzw. 5% und bei den Bauelementen und der Befestigungstechnik ebenfalls bei minus 5%.
Und auch der Stahlbereich, in 2004 noch auf dem Höhenflug infolge exorbitanter Preisentwicklung, hat mangels Bedarf im Markt mit großer Preisvolatilität für Umsatzrückgänge gesorgt. Insgesamt betrug der Rückgang beim Stahlhandel in 2005 in der Tonnage rund 9%, wobei es bezogen auf einzelne Produktbereiche unterschiedlich starke Einbrüche gab. So verzeichnete das Geschäft mit Formstahl- und Breitflanschträgern beispielsweise in den ersten drei Quartalen des letzten Jahres Rückgänge bei der Tonnage von über 14%. Bei Elektrowerkzeugen konnte der Abwärtstrend dank innovativer neuer Produkte gestoppt werden, während allgemeine Handwerkzeuge infolge der veränderten Handwerker-Strukturen nochmals um etwa 5% rückläufig waren.
Immerhin wurden in den letzten neun Jahren rund 1,5 Mio. Arbeitsplätze im Fachhandwerk gestrichen. Von damals 6,3 Mio. Arbeitsplätzen stehen derzeit noch 4,8 Mio. zur Verfügung, Tendenz immer noch fallend. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Umsätze des Handels, die stark an das Handwerk aller Gewerke liefern.
Hochwertige Präzisionswerkzeuge für den industriellen Einsatz konnten sich dank einer kräftigen Exportindustrie und einer gut ausgelasteten Metall verarbeitenden Industrie im Markt positiv entwickeln. Gleiches gilt für Schweißtechnik und Betriebseinrichtungen.
Die konsumorientierten Produktbereiche mit Gartentechnik und DIY-Produkten standen ganz im Zeichen einer veränderten Konsumentenhaltung. „Geiz ist geil“ ist auch in diesem Segment inzwischen an der Tagesordnung, der Trend zu Billigprodukten und Rabattschlachten führt letztlich zu sinkenden Umsätzen und Erträgen.
Ergebnisse in den E/D/E Fachbereichen
Besonders positiv hat sich im zurückliegenden Jahr der Bereich Haustechnik mit plus 84,5% auf 578 Mio. Euro entwickelt. Hier wirkte sich vor allem die Kooperation mit der Händlergruppe VGH, Vereinigung von Großhändlern für Haustechnik, Marketing und Vertrieb GmbH mit Sitz in Brühl, auf dieses Ergebnis aus.
Positiv entwickelten sich auch die Warenbereiche mit plus 4,7% bei Beschlägen, Bauelementen, Baugeräten sowie der Befestigungstechnik auf nahezu 1 Milliarde Euro. 6,2% Wachstum wurde beim Technischen Handel, Arbeitsschutz und Werkstattmaterial erreicht.
Der Sektor Werkzeuge, Maschinen, Industriebedarf wuchs um insgesamt 5,6% auf 861 Mio. Euro. Auch hier war die Entwicklung deutlich besser als der Markt. Negativ entwickelte sich aufgrund der Preisvolatilität der Handel mit Stahl. Hier musste bei den angeschlossenen Mitgliedern ein Umsatzminus von 11,9% verzeichnet werden.
Die Wachstumstreiber im E/D/E
Das Wachstum des E/D/E mit rund 25% in den letzten zwei Jahren resultiert vor allem aus der Gewinnung neuer Großhändler und Kooperationspartner in Deutschland und Europa. Diese überzeugten vor allem exzellente Leistungspakete des E/D/E in der Warenversorgung und bei den Dienstleistungen.
Allein 54 neue Großhändler konnten so in 2005 gewonnen werden, die dem E/D/E einen Zusatzumsatz von 365 Millionen Euro erbrachten. Die Konjunkturlage und straffere Ratinganforderungen der Banken an die Händler bei der Finanzierung führten zum Verlust von 45 Handelsunternehmen mit einem E/D/E Umsatzvolumen von 50% Euro.
Die Aktivitäten in Europa wurden weiter ausgedehnt. Das E/D/E ist inzwischen in 22 Ländern aktiv. Der Umsatz im Europageschäft ist im vergangenen Jahr um rund 25% auf über 300 Millionen Euro angewachsen und erreicht einen Anteil von 10% am Gesamtumsatz. In den nächsten Jahren soll er erheblich ausgeweitet werden und gegen Ende des Jahrzehnts bei etwa 1 Mrd. Euro liegen. Derzeit werden umfangreiche neue Kontakte aufgebaut.
Standortsicherung
Der Standort Wuppertal wurde und wird weiter ausgebaut. Investitionen erfolgten im vergangenen Jahr vor allem in die Logistik (24-Stunden-Service in Deutschland, 48-Stunden-Service in Europa) und in modernste IT-Strukturen.
Die Zahl der Mitarbeiter wurde um 30 auf 680 Beschäftigte aufgestockt, weitere Neueinstellungen sind für 2006 geplant. Mit insgesamt 40 Auszubildenden hat das E/D/E ebenfalls einen Höchststand zu verzeichnen. In den nächsten Monaten wird bereits die nächste Logistikstufe analysiert und geplant, die Investitionen in Millionenhöhe erforderlichen machen wird und weitere Arbeitsplätze schafft.
Für die kommenden beiden Jahre ist ein verhaltenes Wachstum des E/D/E von jeweils gut 3% - bei weiter schwierigem Inlandsmarkt - geplant. Es gibt derzeit nach Ansicht des E/D/E keinerlei fundierte Erkenntnisse, dass sich in der deutschen Baubranche bei
realistischer Betrachtung nennenswerte Wachstumspotenziale abzeichnen. Wachstum bei den bauorientierten Produkten kann für das E/D/E und seine Mitglieder nur über Gewinnung von Marktanteilen zu Lasten anderer Wettbewerber erreicht werden.
Die Konsolidierungsphase in den nächsten zwei Jahren soll genutzt werden, um intern die Voraussetzungen für weiteres deutliches Wachstum zu schaffen. Ein neues Strategie-Projekt Challenge 2012 wird derzeit auf allen Führungsebenen intensiv bearbeitet und die Umsetzung vorbereitet. Kernpunkte sind mittelfristige Wachstumsschübe durch Zusammenschlüsse mit anderen Kooperationsgruppen und durch eine überarbeitete Europa-Strategie.
Die finanzielle Stabilität des E/D/E, die Innovationsfähigkeit, die Investitionskraft und das kompetente Know-how der Mitarbeiter-Teams sind die wesentlichen Faktoren, um die Vision des Marktführers in Europa schrittweise zur Realität werden zu lassen. Das E/D/E sieht sich auf gutem Wege und lässt sich von den Konjunkturproblemen nicht entmutigen.
In diesem Jahr begeht das E/D/E sein 75jähriges Firmenjubiläum. Vor allem für den Herbst sind umfangreiche Aktivitäten für die Partner aus dem Mitglieder- und Lieferantenkreis geplant, so z.B. der große Jubiläumsbranchentreff am 19. und 20. September in den Kölner Messehallen, an dem alle Warenbereiche des E/D/E mit seinen Mitgliedern und Vertragslieferanten beteiligt ist. (ede)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.