Düngung: Nicht nur Kohl ist scharf auf Schwefel

Dank moderner Filtertechnik in Kraftwerken und besonderer Treibstoffe gelangt immer weniger Schwefel in die Atmosphäre und damit auch in den Boden. Das führt auf vielen Acker- und Grünlandstandorten zu Schwefelmangel, den Niedersachsens Landwirte ausgleichen müssen.

Dank moderner Filtertechnik in Kraftwerken und besonderer Treibstoffe gelangt immer weniger Schwefel in die Atmosphäre und damit auch in den Boden. Das führt auf vielen Acker- und Grünlandstandorten zu Schwefelmangel, den Niedersachsens Landwirte ausgleichen müssen. Vor allem bei Raps und Wintergerste, aber auch bei Grünland ist die Düngung mit Schwefel, meist in Kombination mit anderen Nährstoffen aus Mineraldüngern, obligatorisch, berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Damit eine Grundversorgung sichergestellt ist, wird je nach Standortbedingung und Pflanzenart eine Düngung zum Vegetationsbeginn im Frühjahr empfohlen.

Pflanzen können Schwefel nur in gelöster Form als Sulfat über die Wurzeln aufnehmen. Der Nährstoff ist Baustein einiger essentieller Aminosäuren und Enzyme. Diese sind für den Energiestoffwechsel und die Eiweißbildung von großer Bedeutung. Fehlt Schwefel, sind Aufhellungen der jüngsten Blätter und ein kümmerlicher Wuchs der Pflanzen zu beobachten.

Raps reagiert besonders empfindlich auf Schwefelmangel. Statt in leuchtendem Gelb blühen die Pflanzen dann weiß. Eine Vorratsdüngung mit elementarem Schwefel, wie sie manchmal propagiert wird, reicht nicht aus, den Schwefelbedarf zu decken, weil der elementare Schwefel zu langsam in eine pflanzenverfügbare Form überführt wird.

Auch in organischen Düngern wie Mist, Gülle und Gärresten ist Schwefel enthalten. Allerdings liegt er in Verbindungen vor, die im zeitigen Frühjahr unter kühlen Witterungsbedingungen nur langsam von den Bodenmikroorganismen abgebaut werden. An einer Schwefelzufuhr mit Mineraldüngern zu bedürftigen Kulturen wie Raps führt also auch bei organischer Düngung kein Weg vorbei.

Trotz gestiegener Düngerpreise lohnt eine Düngung bei Raps von etwa 40 kg Schwefel je Hektar. Getreide und Zuckerrüben kommen mit der halben Schwefelmenge aus. Auch Wiesen und Weiden sind mit einem Schwefelbedarf von etwa 40 kg je Hektar auf den Nachschub durch die Düngung angewiesen.

Auch Hobbygärtner sollten auf Schwefelmangel achten. Kohl- und Kressearten, Rettich, Rucola, Radieschen, Zwiebeln, Knoblauch und Spargel sind wegen ihres hohen Gehaltes an Eiweiß und Senfölen besonders anfällig. Die schwefelhaltigen Inhaltsstoffe sind nicht nur für den Geschmack und die Schärfe verantwortlich, es wird ihnen auch eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. (Quelle: Landwirschaftskammer Niedersachsen) 

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