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Arbeitskreis Spargel tagte in Hannover
Der Arbeitskreis Spargel der Bundesfachgruppe Gemüsebau veranstaltete seine 64. Tagung vom 18. bis zum 19. September in Hannover-Ahlem.Unter der Leitung des Vorsitzenden, Prof. Dr. Peter-J. Paschold, Geisenheim, berieten über 20 deutsche Spargel-Spezialberater u. a. über die neuen Nmin-Sollwerte und die daraus resultierenden Empfehlungen für die Spargeldüngung. Die im Team entwickelten und unter Federführung des Vorsitzenden neu erarbeiteten Nmin-Sollwerte für Spargel sind dem pflanzlichen Bedarf besser angepasst und stellen die Grundlage für eine umweltschonende Düngung dar, bewirken Geldeinsparungen für Anbauer und sind eine Argumentationshilfe gegenüber Politik und Wasserwirtschaft. Die Versuchsergebnisse an Spargel zeigen eindeutig, dass die Junganlagen optimal mit Stickstoff und Wasser versorgt werden müssen, um eine wirtschaftlich erfolgreiche Vollertragslage zu erzielen. In den Ertragsjahren kann der N-Düngereinsatz gegenüber bisherigen Sollwerten deutlich vermindert werden.
Ein zweites Schwerpunktthema war der Geschmack bei Spargel. Vertreter der Bundesanstalt für Züchtungsforschung (BAZ) in Quedlinburg und der Forschungsanstalt in Geisenheim informierten u. a. über die Geschmacksforschung, die Geschmacksbewertung und über Variabilität des Spargelaromas. Erfasst werden diese sensorischen Kriterien über 27 objektive Schlüsselverbindungen. Sie ist ein anerkanntes, von der BAZ entwickeltes Verfahren.
Die Berichte der Berater aus den Regionen der Bundesrepublik zeigten übereinstimmend, dass die Spargelsaison 2006 unbefriedigend verlief. Gab es noch im April eine kalte Witterungsperiode, so war die erste Maihälfte durch eine Wärmeperiode gekennzeichnet, die eine Spargelschwemme verursachte. Danach erfolgte eine lang anhaltende zweite Kälteperiode, in der zu wenig heimischer Spargel zur Verfügung stand. Erst zum Ende der Spargelsaison war deutscher Spargel wieder in ausreichender Menge verfügbar. Aufgrund der Eckpunkteregelung für polnische Saisonarbeitskräfte standen oft nicht genügend Erntehelfer zur Verfügung.
Die Spargelberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellten die Entwicklung des Spargelanbaus von 1980 bis 2005 vor. Danach gab es einen erheblichen Strukturwandel. Waren es noch 1980 ca. 3.000 Betriebe, die auf einer Fläche von 1.200 Hektar Spargel anbauten, so waren es 2005 nur noch 823 Betriebe, die auf einer Gesamtfläche von 4.500 Hektar Spargel produzierten. Die Schwerpunkte des Spargelanbaus in Niedersachsen liegen im Raum Diepholz und im Raum Nienburg. Weitere Themen dieser Tagung waren die aktuellen ersten Ergebnisse der NEPTUN-Erhebung im Spargelanbau, die Pflanzenschutzsituation im Spargelanbau, die aktuellen Ergebnisse zu den Reservekohlenhydratuntersuchungen, Informationen zu neuen Spargelsorten und Verfrühungsmethoden, z.B. durch das Beheizen von Spargel.
Aus der aktuellen Arbeit der Bundesfachgruppe Gemüsebau, insbesondere zu den Themen: Pflanzenschutz, Rückstandshöchstmengen, Saisonarbeitskräfte, Düngeverordnung und zu der neuen Richtlinie zum kontrollierten Integrierten Anbau von Gemüse informierte Jochen Winkhoff, Berlin.
Zur Abrundung des Programms wurden um Hannover zwei Spargelbetriebe mit Direktvermarktung (Hofladen) und mit neu angelegten Spargelversuchen besichtigt. Die nächste 65. Tagung des Arbeitskreises Spargel der Fachgruppe Gemüsebau ist Mitte September 2007 in Münster-Wolbeck geplant. (ZVG)

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