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Arbeitskreis Spargel tagte in Geisenheim
Spargelberater intensivierten Erfahrungsaustausch.Die Bundesfachgruppe Gemüsebau im Zentralverband Gartenbau e.V. hatte zur diesjährigen Tagung ihres Arbeitskreises Spargel vom 16. bis 17. September 2002 nach Geisenheim eingeladen. Unter der Leitung des Vorsitzenden Prof. Dr. Christoph Wonneberger (Osnabrück) stellten die rund 30 Spezialberater aus den wichtigen Spargelanbaugebieten der Bundesrepublik Deutschland in ihren Lageberichten folgende Ergebnisse im Jahre 2002 heraus:
- Es gab einen außerordentlich frühen Saisonstart, der sich nur schleppend fortsetzte.
- Es gab eine Käuferzurückhaltung in dieser Saison. Sie ist vermutlich auf die Einführung des Euro zurückzuführen.
- Es gab mehr berostete Spargelstangen als im vergangenen Jahr.
- Es ist ein erhöhter Anbau auf schwereren Böden zu verzeichnen. Neue Techniken ermöglichen dies.
- Die Spargelverkaufsstände (Straßenverkauf) haben wiederum zugenommen.
- Der Befall durch Engerlinge und Erdraupen hat sich erhöht.
- Ein erhöhter Absatz über die Discounter war festzustellen.
- Es gab und gibt eine sehr unterschiedliche Zufriedenheit bei den Erzeugern.
- Zu traditionellen Feiertagen (z.B. Pfingsten) waren keine erhöhten Preise zu erzielen.
- Hagelschäden führten im Südwesten zu Totalausfällen.
- Im Osten sind Staunässeprobleme durch Starkregenfälle im Sommer zu verzeichnen.
Die Ertragsfähigkeit einer Spargelanlage wird auch durch die Reservekohlenstoffe im Spargel beeinflusst. Dies stellte Professor Dr. Peter-J. Paschold (Geisenheim) heraus. Anhand einer von ihm vorgestellten Systematik wurde die Nutzung eines Schnelltestsystems erörtert, das schon in Neuseeland erfolgreich eingesetzt wurde. Bei der Besichtigung der Forschungsanstalt Geisenheim gab Paschold Informationen zu den unter seiner Leitung durchgeführten Spargelversuche.
Zur politischen Seite der Pflanzenschutzproblematik und zur Einführung des Qualitätssicherungssystems Obst und Gemüse informierten Alfons Hester, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Gemüsebau, und Jochen Winkhoff, Geschäftsführer der Fachgruppe Gemüsebau. Weitere Fachvorträge befassten sich mit den Themen Keimung und Aufgang bei Spargel, Selengehalt in Spargel, Temperaturmessungen, Mikronährstoffe und Foliensysteme.
Ein neues Prognosemodell bei Stemphylium wurde diskutiert. Zurzeit befindet es sich aber noch im Aufbau. Hier sollen aktuelle Wetterdaten einfließen. Kontroversen gab es bezüglich einer möglichen Änderung der Vermarktungsnorm für Spargel. Fakt ist, dass die bestehende Norm nicht immer eingehalten und auch zu wenig kontrolliert wird. Eine Änderung der Norm von 22 auf 24 cm Spargellänge ist aus Sicht vieler Spargelberater kein optimaler Lösungsweg.
Zum Abschluss der Tagung wurde der Spargelbetrieb Rolf Meinhardt in Weiterstadt besichtigt. Die nächste Tagung des Arbeitskreises Spargel wird voraussichtlich im September 2003 in Sachsen-Anhalt stattfinden. (ZVG)

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