Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

ZVG: Hält an Kritik am Zukunftsprogramm Pflanzenschutz fest

Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) hält an seiner Kritik am Zukunftsprogramm Pflanzenschutz fest. In seiner Stellungnahme zum Diskussionspapier des Bundeslandwirtschaftsministeriums bemängelt er die einseitigen Vorschläge zur Reduktion des Pflanzenschutzes.

Der ZVG äußert weiter deutliche Kritik am Zukunftsprogramm Pflanzenschutz. Bild: GABOT.

Der Lösungsbeitrag von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln werde komplett ausgeblendet, kritisiert der ZVG. Insbesondere vor dem Hintergrund der bereits bestehenden eklatanten Schutzlücken sollte es aber darum gehen, den chemisch-synthetischen Pflanzenschutz so in Produktionssysteme einzubinden, dass insgesamt eine Minderung der Anwendung und des Risikos von Pflanzenschutzmitteln erreicht wird. Die Flexibilität für Pflanzenschutzmaßnahmen muss erhalten bleiben. Dies schließt in der Weiterentwicklung der Tool-Box des Integrierten Pflanzenschutzes auch den chemischen Pflanzenschutz mit ein.

Der ZVG erinnert an die Ausführungen im Koalitionsvertrag (2021), wonach sich die Regierung „für eine Verbesserung der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere für Anwendungen von geringfügigem Umfang bei vielfältig angebauten Sonderkulturen, für den Vorratsschutz und für geeignete Resistenzstrategien" einsetzen will.

Zahlreiche Beispiele belegen den bereits heute unhaltbaren Zustand und zeigen auf, dass im deutschen Obst- und Gemüsebau nicht mehr ausreichende Bekämpfungsmöglichkeiten im Bereich der Insektizide und Fungizide zur Verfügung stehen. Das betrifft mittlerweile immer größere Kulturgruppen. Dieser Gesamtzustand führt schleichend zu einer fehlenden Perspektive in der Obstproduktion und zur Verringerung der Vielfalt im Gemüsebau und im Zierpflanzenbau, da die Produzenten unsichere Kulturen aus der Anbauplanung streichen, was insgesamt zu einer Verschlechterung des Selbstversorgungsgrades für Deutschland führt.

Das aufwändige und teure Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel sowohl für den konventionellen als auch für den Ökobereich führt mittlerweile zu dramatischen Lücken bei der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln in allen sogenannten kleinen Kulturen, da die Pflanzenschutzmittel-hersteller vorrangig nur noch in den großen Ackerbaukulturen Zulassungen anstreben, bzw. sich dort die Forschung für neue Wirkstoffe konzentriert.

Im Maßnahmenpaket Zukunft Gartenbau haben zahlreiche Verbände der Branche wichtige Stell-schrauben für einen zukunftsfähigen Pflanzenschutz vorgelegt und sich u.a. für neue Zulassungen und für einen gezielten und biodiversitätsschonenden Pflanzenschutz ausgesprochen. Der ZVG er-wartet, dass diese Vorschläge ernsthaft geprüft und auch umgesetzt werden. Sie müssen Eingang in das Zukunftsprogramm Pflanzenschutz finden. Anderenfalls muss man sich von einem Sonderkulturanbau in Deutschland in der Breite verabschieden.

Bereits nach Bekanntwerden der ersten Entwürfe hat sich der ZVG enttäuscht gezeigt und insbesondere die Verknüpfung von der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln an 10%- Stilllegungsfläche sowie die Überlegungen zu ökonomischen Lenkungsinstrumenten, wie eine Pflanzenschutzmittelabgabe, entschieden abgelehnt. (ZVG)

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