Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Wien: Ist nun Soja-Hauptstadt der Welt

Montag startete der erste Weltkongress zum Thema Sojaforschung in Europa (World Soybean Research Conference – WSRC).

Erster Soja-Weltkongress in Europa startete Montag in Wien. Bild: WSRC.

150 Jahre nach der ersten weltweit bedeutenden Präsentation von Sojabohnen auf der Weltausstellung in Wien 1873 treffen sich diese Woche knapp 800 Wissenschaftler, Lebens- und Futtermittel-Produzenten, Verarbeiter und Sojaexperten aus aller Welt im Wiener Austria Center und dem Weltmuseum in Wien. Donau Soja organisiert diese internationale Konferenz mit Teilnehmern aus 51 Ländern. Professor Johann Vollmann von der Universität für Bodenkultur ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Komitees. Die zentralen Themen sind Nachhaltigkeit im Bereich Züchtung, Landwirtschaft, Verarbeitung sowie Innovationen entlang der Wertschöpfungskette. Zum Auftakt sprachen heute BOKU-Professor Johann Vollmann, Direktor Jingyuan Xia von der Abteilung Pflanzenproduktion und Pflanzenschutz (NSP) der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, Matthias Krön, Gründer und Präsident von Donau Soja und zur Eröffnung Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig.

In seinem Eröffnungsstatement sagte Johann Vollmann: „Diese Konferenz ist eine Forschungskonferenz mit über 500 Forschungsbeiträgen von führenden Wissenschaftlern aus allen wichtigen Sojaproduktionsländern. Forschung und wissenschaftliche Zusammenarbeit sind dringend erforderlich, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und die Auswirkungen von Sojabohnen auf die Umwelt zu minimieren, damit in naher Zukunft eine vollständig nachhaltige Sojaproduktion möglich ist. Dies beinhaltet eine Verringerung des Produktionsinputs durch Verbesserung der agronomischen und genetischen Effizienz, neue Wege bei der Verwendung als Viehfutter und schließlich eine verbesserte direkte Verwendung von Sojabohnen für die menschliche Ernährung. Diese Themen werden in über 30 wissenschaftlichen Sitzungen, Plenarsitzungen, Workshops und Posterausstellungen behandelt. 150 Jahre nach der Wiener Weltausstellung ist die Fachgemeinschaft der Sojaexperten in Wien, um Antworten auf die vor uns liegenden Herausforderungen zu finden."

Matthias Krön von Donau Soja, strich die internationale Bedeutung der Konferenz heraus: „Soja ist der weltweit wichtigste Eiweißlieferant für die direkte Nahrungsmittelproduktion und als Futtermittel. Wie diese wunderbare Pflanze angebaut, verarbeitet, gehandelt und verwendet wird, spielt eine große Rolle für die Zukunft der Menschheit. Eine nachhaltige Zukunft, ohne Hunger, Raubbau und Verlust von Biodiversität aber mit regionaler Wertschöpfung, ist eine globale Herausforderung. Wir als Europäische Soja-Organisation wollen in Wien mit Wissenschaftlern aus aller Welt, den wichtigsten Produzenten und Verarbeitern und auch NGOs gemeinsam diskutieren und Lösungen finden. Und wir wollen wesentliche Impulse in die Welt schicken, wie Soja zu einer globalen Kraft des Guten werden kann, Europa die Eiweißwende schafft und Wissenschaft zu einer nachhaltigen Welt beitragen kann."

Jingyuan Xia von der FAO präsentierte neue Konzepte: „Wir schlagen einen strategischen Ansatz für eine nachhaltige Soja-Wertschöpfungskette durch Optimierung und Minimierung der Produktionssysteme vor, um die wichtigsten bestehenden und aufkommenden Herausforderungen zu bewältigen. Dieses Konzept fördert die optimierte Nutzung natürlicher Ressourcen und die Minimierung des Einsatzes landwirtschaftlicher Betriebsmittel durch Diversifizierung von Anbausystemen, die Einführung von Innovationen, neuen Sorten, Technologien und integrierten Ansätzen. Auf diese Weise trägt die Verbesserung der Sojaproduktion zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung bei und fördert die internationale Zusammenarbeit zwischen den relevanten Akteuren."

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig begrüßte das internationale Publikum und beleuchtete die Rolle Österreichs und Europas: „Österreich ist ein kleines Land mit einer Gesamtanbaufläche von rund 1,3 Mio. Hektar, hält sich aber beständig unter den fünf größten Sojaproduzentenländern der EU. Es ist eine Auszeichnung für Wien, Österreich und Europa, dass sich die globale Soja-Wissenschaftsgemeinschaft bei uns trifft, um globale wissenschaftliche Fragen zu diskutieren und einen Beitrag zur Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit zu leisten. Für mich ist die Steigerung des Selbstversorgungsgrades prioritär, das kann durch den Ausbau der Anbauflächen oder aber durch die effizientere Nutzung der Proteinressourcen erreicht werden. Österreich hat bereits eine nationale Eiweißstrategie veröffentlicht und setzt sich auch auf EU-Ebene gemeinsam mit vielen weiteren Mitgliedstaaten für eine EU-Eiweißstrategie ein." (World Soybean Research Conference – WSRC)

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