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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Weihenstephaner Gärten: Neuer Wissenschaftlicher Leiter
Nahezu 3 Jahrzehnte lang lenkte Prof. Dr. Peter Kiermeier die Geschicke des Sichtungsgartens für Stauden und Gehölze in Weihenstephan. Nach dem Ausscheiden von Prof. Richter betreute er zudem Hof- und Oberdieckgarten auf dem Weihenstephaner Berg. Zum 30.9.2006 legte Kiermeier nun die wissenschaftliche Leitung der Weihenstephaner Gärten auf eigenen Wunsch nieder. Der Leiter der Forschungsanstalt für Gartenbau, Prof. Dr. Sebastian Peisl, beauftragte daraufhin den derzeitigen Leiter des Instituts für Gartenbau, Prof. Dr. Bernd Hertle, mit der künftigen Weiterentwicklung der Gärten.
Mit der Berufung für das Lehrgebiet Pflanzenverwendung im Fachbereich Landespflege (heute Landschaftsarchitektur) übernahm Kiermeier 1978 die Leitung des Instituts für Stauden und Gehölze der Staatlichen Versuchsanstalt für Gartenbau aus den Händen von Prof. Hansen. In dem Wissen, dass ein Garten ständigen Veränderungen unterworfen ist, entwickelte Kiermeier den Sichtungsgarten konsequent weiter ohne sentimental auf die Vergangenheit zu schielen oder dem jeweiligen Zeitgeist unkritisch hinterherzuhecheln. Geprägt durch zahlreiche Reisen nach England gewannen ästhetische Verwendungskriterien unter seiner Leitung an Bedeutung. Die von ihm konzipierten Pflanzungen zeigen einen feinfühligen und gekonnten Umgang mit Farben, Formen, Strukturen und Texturen.
Innovative Pflanzkompositionen wie der Kniphofienhang, die Purpurbeete, der Rote Garten und das Pfingstrosenensemble sowie zahlreiche andere seiner Entwürfe fanden nicht nur bei Fachleuten im In- und Ausland große Anerkennung, sondern begeisterten auch seine Studenten und ein breites Liebhaberpublikum. Die Demonstration pflanzlicher Arrangements betrachtete Kiermeier dabei wie andere Aufgabenstellungen stets unter dem Blickwinkel, dass der Sichtungsgarten vorrangig ein Lehr- und Versuchsgarten ist. Neben der darin fest verankerten Stauden- und Gehölzsichtung wurden die Flächen für weitere praxisorientierte Forschungsbereiche wie der Fassaden-, Dach-, Formstein- und Lärmschutzwandbegrünung oder die Erprobung von Mulchmaterialien sowie der Erstellung von Diplomarbeiten genutzt.
Aufgrund der herausragenden fachlichen Leistungen Kiermeiers war es nur konsequent, dass seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten mit der Umstrukturierung der Versuchs- zur Forschungsanstalt im Jahr 2002 wuchsen. Als wissenschaftlicher Leiter der Weihenstephaner Gärten war er fortan auch für die Belange des Oberdieck- und Hofgartens zuständig.
Eindrucksvolle, jährlich wechselnde Farbinszenierungen mit Sommerblumen werteten nun den in der Mitte des über zwei Jahrhunderte alten grünen Forschungszentrums Weihenstephan gelegenen Hofgarten auf. Die von Kiermeier begonnene Restaurierung des Oberdieckgartens stellt eine klare Formensprache in den Mittelpunkt. Sie soll in den nächsten Jahren fortgesetzt und abgeschlossen werden.
Mit Hertle übernimmt nun ein eng mit den Weihenstephaner Gärten verbundener Schüler Kiermeiers die Leitung. Nach Tätigkeiten in Fassadenbegrünungsprojekten des Landes Nordrheinwestfalen und im Palmengarten Frankfurt war Hertle von 1991 bis 1996 Technischer Leiter des Sichtungsgartens bevor er einem Ruf der Fachhochschule Weihenstephan folgte und im Studiengang Gartenbau das Lehrgebiet Freilandzierpflanzen übernahm. Seit 1997 leitet Hertle den Arbeitskreis Staudensichtung im Bund deutscher Staudengärtner. Umfangreiche Leitungserfahrung konnte Hertle als Dekan des Fachbereichs Gartenbau und Lebensmitteltechnologie und seit 2003 als Leiter des Instituts für Gartenbau sammeln. Hertle stellt sich der großen Herausforderung, das hohe Niveau der Weihenstephaner Gärten unter den schwierigen Bedingungen des gegenwärtigen Stellenabbaus an der Forschungsanstalt aufrecht zu erhalten und weiterzuentwickeln. (fgw)

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