Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

TU Berlin: Kohlgemüse im Klimawandel

Prof. Dr. habil. Franziska Hanschen, Forschungsgruppenleiterin am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ), hat den Ruf auf die W2-Professur „Management bioaktiver Pflanzeninhaltsstoffe“ an der Technischen Universität Berlin angenommen und wurde zum 1. Februar 2025 ernannt.

Prof. Dr. habil. Franziska Hanschen. Bild: Franziska Hanschen.

Die Professur wird im Rahmen des kompetitiven Leibniz-Professorinnenprogramms der Leibniz-Gemeinschaft gefördert und ist eine gemeinsame Berufung des IGZ und der TU Berlin.

Der Klimawandel fordert die Landwirtschaft zunehmend heraus, nachhaltige Methoden zur Produktion gesunder Lebensmittel zu entwickeln. Im Rahmen ihrer Arbeit als Leibniz-Professorin wird Franziska Hanschen die Mechanismen der Bildung und des Abbaus gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe von Gemüse an der TU Berlin erforschen. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Sicherung und Verbesserung der Nährstoffqualität von Kohlgemüse (Brassica) unter veränderten klimatischen Bedingungen. Zudem sollen die Prozesse der Lebensmittelverarbeitung und ihr Einfluss auf bioaktive Inhaltsstoffe untersucht werden. Somit integriert Hanschen ernährungs- und gesundheitsbezogene Fragestellungen mit (bio-)chemischen Ansätzen und verknüpft damit Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften mit Aspekten der Umweltwissenschaften.

Prof. Dr. Franziska Hanschen: „Ich freue mich sehr über die Berufung zur Professorin an die TU Berlin. Beide Institutionen bieten exzellente Rahmenbedingungen für Forschung und Nachwuchsförderung und ergänzen sich sehr gut in ihren Ansätzen. Bisher wurde der biologische Aspekt der Nährstoffqualität von Brassica-Gemüse selten mit lebensmittelchemischen und ernährungsphysiologischen Fragestellungen verknüpft. Die Anbindung an beide Institutionen eröffnet uns daher die Möglichkeit, die ganze Kette – von der Pflanze bis hin zum Menschen – zu betrachten und schafft so neue Perspektiven für eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Ernährung.“

Prof. Dr. Sascha Rohn, Fachgebietsleiter Lebensmittelchemie und Analytik am Institut für Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelchemie der Technischen Universität Berlin: „Nachdem ich Frau Prof. Hanschen seit ihrem Studium der Lebensmittelchemie kenne, freue ich mich sehr, dass die Zusammenarbeit nun durch diesen großen Meilenstein weiteren Auftrieb erfährt. Die Expertise von Frau Hanschen ergänzt in idealer Weise unser Lehrangebot zur Chemie und Qualität pflanzlicher Lebensmittel. Ihre Ansätze in der Forschung bieten zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der TU Berlin und den Netzwerken unserer Universität. Damit kann die Wertschöpfungskette – von der Produktion bzw. dem Anbau pflanzlicher Rohstoffe über die Be- und Verarbeitung zu Lebensmitteln – mit den Aspekten zur Qualität und den sich anschließenden Bereichen, die die Verbraucher*innen und die Ernährung betreffen, weiter vervollständigt werden.“

Prof. Dr. Nicole van Dam, Wissenschaftliche Direktorin des IGZ: „Mit der gemeinsamen Berufung von Franziska Hanschen setzen wir einen wichtigen Impuls für die Forschung zu gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln. Ihre Arbeit zur Entstehung und Stabilität gesundheitsfördernder Pflanzenstoffe stärkt unser Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse für eine nachhaltige Produktion und Verarbeitung von Gemüse nutzbar zu machen. Gleichzeitig vertieft diese Professur die enge Zusammenarbeit zwischen der TU Berlin und dem IGZ und schafft neue Synergien zwischen pflanzenwissenschaftlicher Grundlagenforschung und lebensmittelchemischer Anwendung. Gemeinsam können wir so bessere und gezieltere Lösungen für den Gartenbau und die Ernährung der Zukunft entwickeln.“

Werdegang

Die studierte Lebensmittelchemikerin promovierte an der TU Berlin zum thermischen Abbau von Glucosinolaten in Gemüsekohl sowie zu Folgereaktionen der Abbauprodukte.
Am IGZ forschte Dr. Hanschen seit 2012 zunächst als Postdoktorandin und absolvierte mehrere Forschungsaufenthalte im Ausland, bevor sie 2018 mit der Leitung der im Rahmen des Leibniz-Wettbewerbs geförderten Nachwuchsforschungsgruppe „OPTIGLUP“ begann, die sich mit der Optimierung des Abbaus von Glucosinolaten in Brassica-Gemüse beschäftigte.
Im Sommer 2020 habilitierte Dr. Hanschen zum Thema „Enzymatischer und nicht-enzymatischer Abbau von Glucosinolaten und ihre Effekte auf die Bodenmikrobiota und den Menschen“ an der Universität Hamburg. Überdies erhielt sie im selben Jahr den „Werner-Baltes-Preis“ der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, Fachgruppe der Gesellschaft Deutscher Chemiker, für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen. Seit 2021 forscht die renommierte Glucosinolat-Expertin als reguläre Forschungsgruppenleiterin am IGZ.

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