Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Spotspraying: Gemüseproduzenten fordern Anpassung der Auflagen

Über 99% weniger Abdrift und ein beträchtliches Einsparpotenzial bei Pflanzenschutzmitteln: Neue Forschungsergebnisse zeigen die Vorteile von Spotspraying im Gemüsebau. Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten fordert deshalb, dass die Resultate bei Zulassungen und bestehenden Auflagen berücksichtigt werden.

Der Spotsprayer ARA von Ecorobotix. Bild: Jonas Ingold.

Im Gemüsebau werden Pflanzenschutzmittel (PSM) häufig flächig ausgebracht. Neue Technologien ermöglichen jedoch eine punktgenaue Anwendung. Das sogenannte Spotspraying spart Pflanzenschutzmittel und reduziert das Risiko von Abschwemmung und Abdrift. Nach acht Jahren Forschung und mehreren Entwicklungsschritten liegen neue Resultate vor, die an einem Medienanlass des Verbandes Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) präsentiert wurden.

Driftreduktion von mehr als 99%

"Es gibt ein beträchtliches Einsparpotenzial bei Pflanzenschutzmitteln – wenn weniger Mittel auf den Boden gelangen, nimmt auch das Risiko der Abschwemmung ab", sagt Joshua Witsoe von Agroscope. Die Versuche zeigen zudem eine Reduktion der Abdrift um über 99%. "Gründe dafür sind die Abschirmung, die geringere Düsenhöhe und die kleinere ausgebrachte Menge an Pflanzenschutzmitteln", erklärt Joshua Witsoe, Mitautor des Abschlussberichts.

Wirtschaftlichkeit nach wie vor ein Hemmnis

Thomas Wyssa, Gemüseproduzent aus Galmiz im Kanton Fribourg, begleitet das Projekt seit dessen Beginn vor acht Jahren. Er ist überzeugt, das der eingeschlagene Weg weiterverfolgt werden muss. Gleichzeitig weist er auf bestehende Hürden hin: Die Kosten seien nach wie vor hoch und gerade für kleinere Betriebe eine große Herausforderung. Trotz deutlicher technischer Fortschritte bestehen die wirtschaftlichen Hemmnisse also weiterhin. Thomas Wyssa spricht zudem die in den vergangenen Jahren aus dem Verkehr gezogenen Pflanzenschutzmittel an: «Auch die neuen technischen Möglichkeiten funktionieren nur, wenn wir die richtigen Mittel zur Verfügung haben.

Gemüseproduzenten fordern Anpassungen wegen Risikoreduktion

Diesen Punkt greift auch der VSGP auf. Direktor Matija Nuic leitet aus den positiven Resultaten Forderungen ab: "Die deutlichen Resultate müssen bei der Bewertung von Pflanzenschutzmitteln berücksichtigt werden." So solle bei der Zulassung auch die eingesetzte Applikationstechnik berücksichtigt werden. Handlungsbedarf sieht der Verband zudem bei bestehenden Auflagen, etwa bei Abstandsregelungen. "Die Driftreduktion von über 99% sowie das deutlich kleinere Abschwemmungsrisiko müssen in die Auflagen einfließen – wo sich das Risiko nachweislich reduziert, müssen die Vorgaben möglichst rasch angepasst werden."

Solche Anpassungen könnten sich auch wirtschaftlich auswirken: Kleinere Abstandsauflagen könnten zusätzliche Anbauflächen erschließen und zugleich einen Anreiz schaffen, Spotspraying einzusetzen. (lid)

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