Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Schweiz: Üppige Ernte sorgt für volle Gemüselager

Gemüseliebhaber können sich freuen: Möhren, Randen, Knollensellerie und Kabis aus Schweizer Anbau sind in diesem Jahr länger erhältlich als normal. Grund sind die üppig gefüllten Lager.

Die Möhren-Lager sind überdurchschnittlich voll. Bild: pd.

Freud und Leid können nahe sein. Das mussten Landwirte im letzten Jahr hautnah erfahren. Während Obstbauern wegen der Frostnächte im April erheblich weniger Früchte ernten konnten, bescherte 2017 Gemüsebauern eine üppige Ernte. Die Lager sind aktuell deutlich gefüllter als in den Vorjahren. Mitte Januar lagen 37% mehr Rüebli, 42% mehr Knollensellerie, 72% mehr Randen, 34% mehr Weißkabis und knapp 60% mehr Rotkabis an Lager als im Schnitt der letzten 3 Jahre. Einzig bei den Zwiebeln ist der Bestand tiefer (-10%).

Aufgrund des idealen Wetters im letzten Herbst sei das Wachstum besser gewesen und die Gemüseproduzenten hätten unter besseren Bedingungen als normal ernten können, erklärt Matija Nuic vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten. Matthias Zurflüh von Swisscofel, dem Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels, ergänzt: "Wenn jeder Produzent etwas mehr Gemüse erntet, dann ergibt das über die ganze Anbaufläche gesehen schnell einen großen Mehrertrag."

Wegen der hohen Lagerbestände sind heute Schweizer Möhren, Knollensellerie, Kabis und Co. länger erhältlich als in einem normalen Jahr. "Bei den Möhren gehen wir davon aus, dass die Menge bis zur neuen Ernte reichen wird", so Nuic. Das sei nicht immer so. Normalerweise würde die Branche jeweils im Frühjahr fehlende Mengen importieren.

Tiefere Preise

Bei einigen Gemüsen wie Möhren, Knollensellerie oder Kabis reichen die Mengen voraussichtlich bis in die "freie Phase". In der Gemüsebranche ist das die Bezeichnung für den Zeitraum, in dem es keinen Grenzschutz gibt - und damit in Konkurrenz zu günstigerem Import-Gemüse steht. Nuic und Zurflüh gehen aber davon aus, dass der Detailhandel auch in dieser Phase auf Schweizer Gemüse setzen wird. So sei es in vergleichbaren Situationen in der Vergangenheit gewesen.

Nuic gibt zu bedenken, dass es derzeit schwierig sei, abzuschätzen, wie sich der Lagerbestand entwickeln werde. Denn letztlich gelange nicht die ganze Menge in den Verkauf, qualitativ mangelhaftes Gemüse werde aussortiert. "Vereinzelt wird aktuell ein erhöhter Ausfall festgestellt", sagt Nuic.

Die hohen Lagerbestände bleiben nicht ohne Folgen für die Preise. Diese sind derzeit tiefer als im Vorjahr. (Quelle: LID)

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