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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Schweiz: Pilze pflücken mit KI
Pilze ernten ist Handarbeit. Auch in der Wauwiler Champignons AG in Wauwil, wo wöchentlich 75 Tonnen Champignons geerntet werden, pflücken die Mitarbeitenden alle Champignons von Hand. Neuerdings werden die Pflückerinnen von einem intelligenten System bei der Ernte unterstützt.
Es ist eine Schwierigkeit, von Auge zu erkennen, welche Pilze bereits reif für die Ernte sind. Die Erntehilfe "Spotlight" erkennt die richtige Pilzgröße und kennzeichnet diese mit einem farbigen Lichtpunkt.
Neue Pflückerinnen leicht eingeführt
"Der Vorteil von Spotlight sind 30% höhere Ernteleistungen der Pflückerinnen vom ersten Tag an", erklärt Roland Vonarburg, Geschäftsführer der Wauwiler Champignons AG. "Bis eine Person effizient pflücken kann, dauert es ohne die Erntehilfe mindestens sechs Monate."
Dank "Spotlight" erkennen nun Pflückerinnen vom ersten Tag an, welche Pilze sie ernten müssen und welche nicht. Dies entlastet auch die Ausbildner der Pflückerinnen. "Das intelligente Erntesystem verbessert den Gesamtertrag und die Wirtschaftlichkeit", erklärt Vonarburg. Zudem kann der Unternehmer mit der Erntehilfe dem Fachkräftemangel entgegenwirken.
Aktuell sind 28 von über 100 Pflückerinnen mit den Geräten ausgerüstet. Jeden Monat sollen weitere dazukommen mit dem Ziel, alle Pflückerinnen damit auszurüsten.
So werden nur Pilze geerntet die groß genug sind. Zu kleine Pilze können weiterwachsen und eine Überpflückung wird verhindert.
Ernte mit Roboter nicht möglich
Der Pilzproduzent ist an der Entwicklung der intelligenten Geräte beteiligt. "Angefangen hat alles mit einem Informatik-Studenten, der bei uns seine Masterarbeit machen wollte", erzählt Roland Vonarburg. Das Ziel der Arbeit wäre ein Pilzernte-Roboter gewesen. Jedoch zeigte sich, das die Technik dazu noch zu wenig weit entwickelt ist.
Champignons zu Pflücken ist eine hochsensible Arbeit. Die Champignons dürfen bei der Ernte nicht gequetscht oder verletzt werden. So entstand die Idee, eine Erntehilfe für die Pflückerinnen zu entwickeln. Das Startup MycoSense wurde gegründet. Heute produziert MycoSense bereits 30 "Spotlight"-Geräte pro Monat und verkauft sie auf der ganzen Welt.
Spotlight funktioniert über 3D-Scanner. Das Gerät hat mehrere Programme. Auch bei der Ausdünnung in der Wachstumszeit werden die Geräte eingesetzt.
Mittels künstlicher Intelligenz lernt es nun, "schwache" Pilze zu erkennen, die einen zu dünnen Stiel und einen flachen Hut haben. "Diese Entwicklung sollte im März fertig sein", sagt Vonarburg.
18 kg Champignons pro Stunde
Eine gute Pflückerin erntet pro Stunde 18 bis 25 kg Champignons. Zum Pflücken berührt sie den Champignon nur leicht mit zwei Fingern am Rand. Mit einer leichten Drehung pflückt sie drei bis vier Pilze nacheinander. Die Pilze bleiben zum Pflücken, Stiel schneiden und bis in die Ablage in die Verpackung in derselben Position in der Hand und werden nicht bewegt.

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