- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Schweiz: Moorboden ist Boden des Jahres ...
Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Schweiz: Moorboden ist Boden des Jahres 2015
Anlässlich des Weltbodentags hat die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS) den Moorboden zum Boden des Jahres 2015 ernannt. Das Jahr 2015 ist zudem das UNO Jahr des Bodens. Moorböden faszinieren durch ihre Vielseitigkeit. Sie bieten wichtigen Lebensraum für zahlreiche, an die feuchten Verhältnisse angepasste Tier- und Pflanzenarten. Drainierte Moorböden sind aber auch gut fruchtbare Landwirtschaftsböden. Die Drainierung und Bewirtschaftung der Böden bewirkt jedoch, dass der Torf abgebaut wird, und der fruchtbare Boden langsam aber sicher verschwindet. Moorböden sind ausserdem wichtige Kohlenstoffspeicher und teilweise auch für wissenschaftliche Untersuchungen äusserst wertvoll.
Funktionen intakter Moorböden
Moorböden erfüllen eine Vielzahl von Funktionen. Sie sind nebst wertvollem Lebensraum auch wichtige Speicher von Kohlenstoff. Weltweit sind in Moorböden schätzungsweise 500 Mrd. t Kohlenstoff gespeichert, was einer Menge von 60% des in der Atmosphäre vorhandenen Kohlenstoffes entspricht. Moorböden spielen ausserdem eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft. Ein Grossteil der im schweizerischen Flachmoorinventar eingetragenen Moore wird zumindest teilweise beweidet. Eine nachhaltige Nutzung von Moorböden kann nur in vernässtem Zustand erfolgen, mit sogenannter Paludikultur. Dabei werden die natürlichen Vegetationsbestände der Moore verwertet, beispielsweise Schilf als Energiepflanzen.
Degradierung und Gefährdung
Die Gefährdung der Moore geht heute in erster Linie von Entwässerungen aus. Sowohl land- und forstwirtschaftliche Nutzung wie auch die heute in der Schweiz verbotene Torfgewinnung setzen eine Wasserregulierung voraus: Der Wasserspiegel im Torfkörper muss abgesenkt werden. Sauerstoff gelangt so in den zuvor wassergesättigten Torf, die Mineralisierung beginnt, der Torfkörper schrumpft und die Mooroberfläche sackt zusammen. Durch die Entwässerung und teilweise auch Überschüttung dieser Moorböden werden die Bodeneigenschaften oft irreversibel verändert. Je häufiger und intensiver die Nutzung bzw. Drainagetiefe ist, desto rascher verschwindet die organische Substanz.
Moore als Archive
Der gehemmte Abbau und die Anreicherung von organischem Material führen in Moorböden zu einer zeitlich geordneten Archivierung in vielfältiger Hinsicht. Ein grausiges Beispiel sind sogenannte „Moorleichen“, welche in Mooren über Jahrhunderte konserviert und dann gut erhalten gefunden wurden. Wissenschaftlich sehr wertvolle Archive sind lebende Regen-/Hochmoore, welche seit Jahrtausenden alljährlich eine kleine Torfschicht anreichern. Mit dem Regenwasser wird unter anderem Blei als Staubpartikel eingetragen und schichtgerecht eingeschlossen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Bleikonzentrationen, die in Moorböden je nach Tiefe unterschiedlich hoch sind, Klimaveränderungen oder geschichtliche Ereignisse zeitlich sehr genau dokumentieren.

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.