Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Schweiz: Essiggurkenverarbeiter schließt

Der Gurkenverarbeiter Délifrais in Carouge GE wird seine Produktion im Frühjahr 2007 einstellen.Die von Délifrais hergestellten Produkte der Marke Chirat werden künftig im Ausland produziert. Dies teilte die Unternehmung heute in einer Pressemitteilung mit. 40 Angestellte müssen sich eine neue Arbeit suchen. Doch nicht nur die Mitarbeiter von Délifrais sind betroffen, sondern auch die Schweizer Essiggurkenproduzenten und ihre zahlreichen Erntehelfer. Diese haben nichts von der Schliessung gewusst. Gurkenproduzent Peter Jost aus Heimiswil BE reagiert entsprechend erstaunt auf die Nachricht: „Nein, wir sind nicht informiert worden. Auch hat nie jemand von Délifrais eine Andeutung in diese Richtung gemacht.“ In diesem Jahr habe die Firma wie gewohnt Gurken gekauft und verarbeitet.

 

Welche Konsequenzen die Schließung für die Schweizer Essiggurkenproduktion haben wird, kann auch der Präsident der Interessengemeinschaft Essiggurken Schweiz Hansueli Mannale nicht sagen. Er betont jedoch, dass die Interessengemeinschaft aktiv werden wird, „sobald wir von offizieller Seite informiert werden“. Peter Jost bangt um das Weiterbestehen der inländischen Gurkenproduktion: „Bis anhin verarbeitete Délifrais mehr als die Hälfte der gesamten Ernte.“ Die Zukunft der Gurkenproduzenten liegt nun ganz in den Händen des zweiten Verarbeiters von einheimischen Gurken, Reitzel. Aussagen, die der Reitzel-Chefeinkäufer Theo Ziegler im August 2006 gegenüber dem LID machte, geben Anlass zur Hoffnung: "Eine Ausdehnung der Schweizer Produktion wäre uns willkommen.“. Die Schweizer Gurken seien von sehr guter Qualität. Aus diesem Grund haben Reitzel ein Interesse daran, dass die inländische Produktion auch weiterhin bestehe.

 

Bei Délifrais reagierte man auf die Anfrage des LID erschüttert: „Auch wir selbst sind erst gestern über die Schliessung orientiert worden und hatten noch keine Zeit, die Produzenten zu informieren“, sagte eine Angestellte gegenüber dem LID. Der Grund für die Schliessung sei einfach: Der Vertrag mit einem wichtigen Abnehmer sei nicht verlängert worden. Beim wichtigsten Kunden und Besitzer der Délifrais, Unilever Schweiz, war niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte jedoch eine Unilever-Sprecherin, man werde künftig "dort produzieren, wo die Gurken und Cornichons wachsen". (lid)

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