Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Saisonarbeitskräfte: 115 Tage-Regel und Tests

Das Landvolk und weitere Verbände unterstützen die Forderung des Deutschen Bauernverbandes (DBV), die 70-Tage-Regelung für ausländische Saisonarbeitskräfte auf 115 Tage auszuweiten.

Nur gesunde Erntehelfer dürfen arbeiten. Bild: Landvolk Niedersachsen.

„Unsere landwirtschaftlichen Betriebe, auf denen Saisonarbeits- und Hilfskräfte arbeiten, sind keine Schlachtbetriebe. Bei uns hat es nach anfänglichen Startschwierigkeiten gut geklappt, denn es gab schon zuvor zahlreiche Verordnungen zu den Saisonkräften. Was wir jetzt brauchen ist eine schnelle Entscheidung zur Verlängerung der 70-Tage-Regelung auf 115 Tage. Das Schwarze-Peter-Spiel, das sich zwischen Arbeits-, Sozial- und Landwirtschaftsministerium hierbei abzeichnet, sind wir leid“, erklärt Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr.

Das Landvolk und weitere Verbände unterstützen die Forderung des Deutschen Bauernverbandes (DBV), die 70-Tage-Regelung für ausländische Saisonarbeitskräfte auf 115 Tage auszuweiten. „Alles andere wäre kontraproduktiv. Mit der Verlängerung auf 115 Tage wird ein Austausch der Arbeitskräfte und der damit verbundene Reiseverkehr zwischen den Ländern sowie das Weitertragen des Virus verringert. Minister Heil ist hier in der Verantwortung“, zeigt Löhr gerade im Hinblick auf die Mutation des Coronavirus auf und verweist auf die Notwendigkeit ausländischer Erntehelfer: „Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass hilfsbereite Studenten und freiwillige Erntehelfer die Saisonkräfte nur bedingt ersetzen können.“

Dem kann Fred Eickhorst von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer nur zustimmen. „Wir sind im vergangenen Jahr aufgrund unserer Hygiene- und Einreisekonzepte gut durch die Zeit gekommen. Deutschlands Inzidenzwerte gehen momentan zwar runter, aber sollte ein Anstieg durch die Mutation erfolgen, diskutieren wir auf ganz anderer Ebene. Aber auch das können wir bewältigen, wenn man uns machen lässt. Dazu gehört das Testen unserer Saisonkräfte mit Schnelltests sowie das Beibehalten der Arbeitsquarantäne. Dann sind unsere Betriebe auf der sicheren Seite“, befürwortet Fred Eickhorst kostenlose Tests. Laut Eickhorst arbeiten ausländische Saisonkräfte in Corona aufgrund des guten Gesundheitssystems lieber in Deutschland als in anderen EU-Ländern. Nur gesunde Erntehelfer dürfen arbeiten. Nahezu alle landwirtschaftlichen Betriebe besitzen daher eine Erntehelferversicherung, die im Krankheitsfall die Kosten abdeckt. „Es gilt, die Wechsel auf den Höfen so gering wie möglich zu halten. So können Betriebe und deren Abläufe effektiv geschützt werden“, erklärt Eickhorst und blickt trotz allem optimistisch auf die bevorstehende Spargelsaison. Auch wenn weiterhin die Gastronomie als Abnehmer des Spargels ausfällt, so setzt Eickhorst auf den Verkauf auf regionaler Ebene. Er hofft, dass der Absatz von Spargel und Beeren über den Direktverkauf an die Verbraucher gut wird und Wetter sowie Preise mitspielen – wie im vergangenen Jahr. (LPD)

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