Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Reis: "Es besteht beachtliches Potenzial"

Geflutete Reisfelder sind hauptsächlich aus Asien bekannt. Die Forschungsanstalt Agroscope hat Feldversuche in der Nordschweiz durchgeführt und sieht im Reis-Anbau Potenzial für Landwirte und Natur.

Ein Testfeld mit Reis in Schwadernau nahe des Nidau-Büren-Kanals. Bild: Kathrin Hartmann/Agroscope.

Thomas Walter ist stellvertretender Leiter der Forschungsgruppe Agrarlandschaft und Biodiversität bei Agroscope. Reis in der Nordschweiz klingt zunächst sehr fiktional. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, es zu probieren?

Thomas Walter: Zeitweise überflutete Flächen gelten als weniger wertvolles Ackerland. Sie wurden mittels Bodenaufschüttungen sowie Entwässerungs-Anlagen aufgewertet. Viele dieser Anlagen sind heute sanierungsbedürftig. Wir haben daher nach alternativen Lösungen gesucht.

Wie funktioniert der Anbau des Reis in der Nordschweiz?

In den Agroscope-Versuchen haben wir nach der Bodenbearbeitung die Versuchsparzelle mit Drainagewasser überflutet, damit der Reis der Sorte Loto Anfang Mai als Setzlinge gepflanzt werden konnte. Die reifen Körner konnten Ende August geerntet werden.

Unterscheidet sich der Anbau von jenem im Tessin?

Im Freien wird meines Wissens im Tessin nur das Trockenverfahren angewendet. Dabei werden die Felder nicht mit Wasser geflutet.

Reisanbau in der Nordschweiz bringt laut Ihren Erkenntnissen Vorteile für die Biodiversität. Welche sind dies?

Die Natur kann profitieren, weil sich stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten ansiedeln können, die auf solche Lebensräume angewiesen sind. Im Reisfeld wurden unter anderem Laubfrosch, Kreuzkröte und verschiedene Libellenarten beobachtet.

Und wie sieht es wirtschaftlich für die Landwirte aus?

Die Nachfrage nach inländischem Risotto-Reis ist sehr hoch. Das aktuelle Ertragspotenzial im Tessin beträgt 4 bis 7 t pro Hektare. Diese Werte erreichten wir im diesjährigen Agroscope-Pilotversuch mit Reis auf temporär gefluteter Fläche in der Nordschweiz. Bei einem Direktverkaufswert von 5 bis 6 Franken pro Kilo für die verwendete Reissorte besteht somit ein beachtliches Wertschöpfungspotenzial.

Ist es eine Kleinstnische oder gibt es Möglichkeiten zur größeren Produktion?

Es gibt in der Schweiz einige Flächen, die ein hohes Potenzial haben überflutet zu werden. Beispiele sind Plaine d'Orbe, Chablais, Berner und Freiburger Seeland, St. Galler Rheintal, Aargauer und Luzerner Seetal, Stammheimertal und eventuell die Linthebene. Wir haben eine Potenzialkarte für Feuchtflächen und Feuchtackerflächen erstellt. Allerdings sind nicht alle für Reisanbau geeignet. (Quelle: LID.CH)

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