- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Pflanzenhandel mit Norwegen: Europäische...
Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Pflanzenhandel mit Norwegen: Europäischer Schulterschluss
Die geplante norwegische Neuregelung orientiert sich grundsätzlich stärker am europäischen Pflanzengesundheitssystem. Gleichzeitig hätten einzelne Bestimmungen den Handel mit Baumschulgehölzen aus der EU erheblich erschweren können. Insbesondere neue Anforderungen an Erde und Kultursubstrate bei Pflanzen zum Anpflanzen hätten große Teile des Baumschulhandels betroffen. Für im Freiland produzierte Gehölze, die üblicherweise mit Erdballen gehandelt werden, wären die Vorgaben praktisch besonders problematisch gewesen. Auch der Re-Export von Pflanzen über andere EU-Mitgliedstaaten ist ein zentraler Punkt.
Die Europäische Union hat diese Bedenken gegenüber Norwegen offiziell aufgegriffen. In ihrer Stellungnahme zum norwegischen Regelungsentwurf fordert sie unter anderem, die besonderen Bedingungen des EU-Binnenmarktes beim Re-Export anzuerkennen und die geplanten Anforderungen an Erde und Kultursubstrate für Pflanzen aus EU-Mitgliedstaaten anzupassen. Zudem fordert die EU eine Übergangsfrist von mindestens sechs Monaten nach Veröffentlichung der endgültigen Regelungen.
„Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig eine starke europäische Interessenvertretung für unsere Branche ist. Über die ENA bringen die nationalen Baumschulverbände ihre fachliche und praktische Expertise gemeinsam ein. Entscheidend ist, dass Pflanzengesundheit und ein funktionierender europäischer Warenverkehr zusammengedacht werden“, erklärt BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl.
Aus Sicht des BdB ist insbesondere wichtig, unnötige zusätzliche Handelshemmnisse zwischen der EU und Norwegen zu vermeiden. Auch bei der phytosanitären Zertifizierung setzt sich die EU für eine praxisgerechte Lösung ein. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass das bestehende EU-System mit harmonisierten Pflanzengesundheitsvorschriften, Pflanzenpässen und Pre-Export-Zertifikaten die notwendigen Garantien und die Rückverfolgbarkeit sicherstellt. Dieses System sei zugleich der einzige praktikable Ansatz, um elektronische Pflanzengesundheitszeugnisse (ePhyto) zu erleichtern.
„Für unsere Betriebe kommt es darauf an, dass bewährte Handelswege erhalten bleiben und nicht durch zusätzliche bürokratische Anforderungen erschwert werden. Dass die Anliegen der europäischen Baumschulwirtschaft auf EU-Ebene Gehör finden, ist deshalb ein wichtiger Erfolg der gemeinsamen Verbandsarbeit“, so Guhl.
Der BdB wird den weiteren Prozess gemeinsam mit seinen europäischen Partnerverbänden in der ENA begleiten.


Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.