Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

NRW: Bewässerung wird zur Schlüsselfrage

Die anhaltende Trockenheit ist auf den Gemüsefeldern in Nordrhein-Westfalen weiterhin deutlich zu spüren. Kulturen wachsen langsamer und einzelnes Gemüse bleibt kleiner als gewohnt.

Die aktuelle Wetterlage zeigt, welche Rolle Wasser für die heimische Gemüseproduktion spielt. Bild: GABOT.

Die Betriebe reagieren und versorgen ihre Pflanzen mit zusätzlichem Wasser. Doch nicht auf allen Flächen stehen feste Bewässerungsanlagen zur Verfügung. Dann ist viel Handarbeit gefragt.

Gemüse braucht während des Wachstums ausreichend Wasser. Bleibt der Regen über längere Zeit aus, müssen die Betriebe nachhelfen. Auf Flächen mit entsprechender Technik kommen Beregnungsanlagen zum Einsatz. Wo diese Infrastruktur fehlt, steigt der Arbeitsaufwand deutlich. Die Gärtner müssen beispielsweise mobile Leitungen und Regner aufbauen, versetzen und wieder abbauen oder Wasser auf andere Weise zu den Kulturen bringen.

„Unsere Betriebe tun derzeit viel dafür, dass weiterhin regionales Gemüse aus Nordrhein-Westfalen geerntet werden kann", sagt Frank Felten, Vorsitzender des Fachverbands Gemüsebau im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen. „Wo es möglich ist, bewässern wir die Kulturen gezielt. Aber Wasser, Technik und Arbeitszeit stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Die vergangenen Wochen zeigen, wie wichtig eine verlässliche Wasserversorgung für den regionalen Gemüsebau ist."

Trockenheit hinterlässt Spuren auf dem Feld

Wie sich fehlendes Wasser auswirkt, hängt von der Kultur, dem Entwicklungsstadium und dem Standort ab. Bei Kohlarten kann die Trockenheit zum Beispiel dazu führen, dass die Pflanzen kleinere Köpfe bilden. Auch Salate, Möhren und andere Freilandkulturen reagieren auf fehlendes Wasser.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass das Gemüse an Qualität verliert. Ein kleinerer Blumenkohl kann ebenso verarbeitet und gegessen werden wie ein größerer. Für die Betriebe können geringere Größen und Erträge dennoch wirtschaftliche Folgen haben. Gleichzeitig steigen die Kosten, wenn Pumpen und Beregnungsanlagen über viele Stunden laufen und Beschäftigte zusätzliche Zeit für die Bewässerung aufbringen.

Wasser wird für den Gemüsebau zur Standortfrage

Die aktuelle Wetterlage zeigt, welche Rolle Wasser für die heimische Gemüseproduktion spielt. Die gartenbaulichen Betriebe arbeiten bereits mit verschiedenen Bewässerungssystemen und passen ihren Anbau an die Bedingungen vor Ort an. Längere Trockenphasen setzen diesen Möglichkeiten jedoch Grenzen.

„Wer möchte, dass in Nordrhein-Westfalen regional Gemüse produziert werden kann, muss die Wasserversorgung der Betriebe mitdenken", sagt Felten. „Wir brauchen Lösungen, die Wasser sparen und zugleich dafür sorgen, dass unsere Kulturen auch in trockenen Phasen ausreichend versorgt werden können."

Der Landesverband Gartenbau setzt sich deshalb dafür ein, den Gartenbau bei regionalen Konzepten zur Wassernutzung einzubeziehen. Dazu gehören auch passende Möglichkeiten, Wasser zu speichern und Bewässerungssysteme weiterzuentwickeln.

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