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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Niedersachsen: Verbraucherzentrale fordert Verbot von Glyphosat
Glyphosat wird seit Jahrzehnten weltweit in Privatgärten und der Landwirtschaft eingesetzt. Es vernichtet Unkraut, lässt Getreide und Kartoffeln schneller reifen und trocknen und dadurch besser lagern. Glyphosat ist sowohl im Chemikaliengroßhandel als auch im Baumarkt um die Ecke erhältlich. Nach jahrelanger Diskussion wurde das Pestizid aktuell von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Die Verbraucherzentrale fordert deshalb ein umgehendes Verbot von Glyphosat in Privatgärten, auf öffentlichen Grünflächen sowie in der Landwirtschaft.
Hohe Rückstände in Lebens- und Futtermitteln – besonders genverändertes Soja
In Niedersachsen wurden vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in 2013 und 2014 insgesamt 200 Lebensmittelproben sowie 85 Futtermittelproben auf Glyphosat untersucht. In 2,5% der Lebensmittel (z. B. Weizenmehl) und in 44% der Futtermittel fand das LAVES Glyphosat. In beiden Kategorien wurden die jeweiligen Höchstwerte zwar nicht überschritten. In einer Probe Bohnen fanden sich jedoch 1,8 mg/kg, erlaubt sind 2 mg/kg. Bei Weizen – hier wird Glyphosat häufiger eingesetzt - sind die Grenzwerte höher (10 mg/kg) als bei Bohnen. Eine Untersuchung des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz bei Getreide aus Nordrhein-Westfalen, zeigte eine Belastung bei 71% der Weizenproben. Besonders bei Gerste, in der sogar Höchstmengen bis zu 20 mg/kg erlaubt sind, fanden sich hohe Rückstände (zwischen 11 und 18 mg/kg). Eine Untersuchung der Zeitschrift Öko-Test aus 2013 ergab: 16 der 20 untersuchten Getreideprodukte waren mit dem Pestizid belastet.
Besonders genverändertes Soja als Futtermittel ist oft weit über den Rückstandshöchstgehalt belastet (bis zu fünffach darüber). Da Glyphosat vom Futter in Fleisch und Milch von Tieren übergeht, muss auch diese Menge miteinbezogen werden, um Risiken für den Menschen abzuschätzen. Glyphosat wird regelmäßig über Lebensmittel oder die Umwelt aufgenommen. Das belegt eine europäische Studie des BUND deutlich: bei 70% der deutschen Verbraucher konnte man Glyphosat im Urin nachweisen. Welche Auswirkungen dies auf den Menschen haben kann, ist bisher unklar.
Glyphosat wahrscheinlich krebserregend
Vor der Zulassung wurde Glyphosat zwar auf Unbedenklichkeit getestet, doch seit einigen Jahren werden in Studien immer häufiger Veränderungen des Erbguts durch die Aufnahme nachgewiesen. Diese können zu Krebs führen. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung gilt der Stoff als sicher, doch die IARC hat Glyphosat kürzlich als "wahrscheinlich krebserregend" für den Menschen eingestuft.
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fordert:
• Ein sofortiges Verbot für die Anwendung von Glyphosat in Privatgärten und auf öffentlichen Grünflächen sowie ein Verkaufsverbot für glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel in allen Baumärkten.
• Keine Verlängerung der Genehmigung von Glyphosat als Pflanzenschutzmittel (Neubewertung 2015) und damit ein Verbot in der Landwirtschaft.

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