Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Niedersachsen: Straßenbäume der Zukunft

Krankheiten und Schädlinge sowie die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen zunehmend die Vitalität deutscher Straßenbäume.

Misst die Stammumfänge bei den Versuchspflanzen: Björn Ehsen von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Bad Zwischenahn. 180 Bäume zählen hier zur Versuchspflanzung (5 Bäumen je Art/ Sorte). Bild: Heinrich Beltz/LWK Niedersachsen.

Da bislang lediglich sechs Arten wie Stieleichen, Hainbuchen oder Eschen und deren Sorten den größten Teil der Straßenbäume ausmachen, ist eine Erweiterung der Artenauswahl unumgänglich. Die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) in Bad Zwischenahn der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen beteiligt sich daher an dem Netzwerk „Zukunftsbäume“: Insgesamt acht Universitäten und Versuchsanstalten sichten deutschlandweit Straßenbäume, 571 verschiedene Baumarten und -sorten müssen einen aufwendigen Langzeittest bestehen.

In Bad Zwischenahn untersuchen die LWK-Baumschul-Fachleute, wie gut sich 36 neue Sorten zur Anzucht eignen. Hierbei ermitteln die Expert*innen unter anderem, welcher Aufwand nötig ist, um einen gut gewachsenen Baum zu erziehen.

Die wenigen, über lange Zeit hinweg verwendeten „Allerweltsarten“ wie beispielsweise die trockenheitsempfindliche Hainbuche oder die krankheitsanfällige Esche sind nur noch eingeschränkt als Straßenbäume einsetzbar. „Das Ziel muss sein, die Baumartenvielfalt in den Städten zu erhöhen, um das Risiko zu verringern, dass weitere neue Schädlinge und Krankheiten die Vielfalt der uns zur Verfügung stehenden Arten und Sorten noch weiter verringern“, erklärt Dipl.-Ingenieur Björn Ehsen, der den Versuch bei der LVG betreut. Die Frage, ob diese Arten dann heimisch oder fremdländisch sind, sei vor diesem Hintergrund zweitrangig. Björn Ehsen: „Die Anforderungen an die Baumschulwirtschaft werden damit nicht leichter, da diese ein größeres Sortiment als früher vorhalten muss. Zunehmend werden sehr seltene und bisher kaum kultivierte Arten aus Regionen wie Südosteuropa, Asien und Nordamerika getestet, wo bereits heute das auch für uns prognostizierte Klima herrscht.“

Wer den norddeutschen Straßenbaum der Zukunft finden will, muss einen langen Atem haben: Zwischen der ersten, testweisen Anpflanzung und der endgültigen Empfehlung, dass sich ein Baum tatsächlich als Zukunftsbaum eignet, können mitunter 20 Jahre liegen. Björn Ehsen: „Dieser sehr langwierige Prozess zeigt, wie vorausschauend Baumschulen ihre Gehölze bereits heute kultivieren, um den steigenden Bedarf an klimagerechten Bäumen auch weiterhin zu decken.“ (LWK Niedersachsen)

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