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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Niedersachsen: Obstbauern sorgen sich um Existenz
Es klingt paradox: Trotz einer erwartbar guten Apfelernte in diesem Jahr drücken die Obstbauern in Niedersachsen massive Existenzsorgen. „Wir freuen uns auf eine tolle Ernte im Alten Land, geschätzt rund 320.000 Tonnen, das sind 5% mehr als voriges Jahr“, sagt Claus Schliecker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen. „Hier merkt man die gute Ausbildung, die gute Beratung, wir haben hoch motivierte Familien. Die Ernte ist der Lohn der Arbeit; das Wetter hat gepasst – und trotzdem könnte die Stimmung unter unseren Landwirten kaum schlechter sein.“
Fast täglich erhält Schlieckcr derzeit Anrufe von Betriebsleitern, und zwar „von solchen, von denen ich das nicht erwartet hätte“, berichtet der Fachmann. Sie alle treibt nur ein Thema um, und das ist der permanent steigende Kostendruck, der im Segment auch und vor allem durch den steigenden Mindestlohn entsteht. „Mit voller Breitseite trifft uns aber auch die Ungewissheit bei der Frage der Energiekosten“, bringt Schliecker die Sorgen der Berufskollegen drastisch auf den Punkt. Hinzu kommen die permanent steigenden Ausgaben für Diesel und Düngemittel, die jetzt vier Mal so teuer sind wie vor einem Jahr.
Als Hauptproblem in der laufenden Saison macht Claus Schliecker aber den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) aus: „Zu dem Preis, den der LEH aufruft, können wir nicht produzieren. Wir stehen im internationalen Wettbewerb; der Import aus dem Ausland ist oft günstiger. Der Verbraucher schaut aufs Geld. Kurze Transportwege und andere Standards interessieren dann oft nicht mehr.“ Schliecker ist verärgert darüber, dass alle Anforderungen erfüllt werden, aber die heimischen Obstbauern dennoch „sprichwörtlich unter die Räder kommen“, wie er sagt.
Derzeit versucht der Experte, so viele Politikerinnen und Politiker auf die Lage aufmerksam zu machen. „Ich informiere sachlich, damit keiner sagen kann, er hätte das nicht gewusst, wenn immer mehr Betriebe aufgeben müssen“, so der Familienvater. Im Moment wird überlegt, nur die beste Ware einzulagern und den Rest an den Bäumen hängen zu lassen. Auch das ist paradox, denn Lebensmittel werden schließlich überall gebraucht. Schliecker will sich deshalb auch seinen eigenen Optimismus nicht nehmen lassen: „Es sind schwere Zeiten, aber wir kriegen das hin.“ (LPD)

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