Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Niedersachsen: Kartoffelbauern fehlt ein Viertel der Ernte

Niedersachsens Ackerbauern haben mit deutlich gebremsten Ertragserwartungen die Ernte der Hauptlagersorten bei Kartoffeln begonnen.

Kartoffelbauern fehlt ein Viertel der Ernte. Bild: GABOT.

Mit deutlich gebremsten Ertragserwartungen haben Niedersachsens Ackerbauern die Ernte der Hauptlagersorten bei Kartoffeln begonnen. „Im vergangenen Regenjahr haben wir eine sehr große Ernte mit Vermarktungsproblemen eingefahren, in diesem Jahr fehlen die Erträge“, schildert Thorsten Riggert vom Bauernverband Nordostniedersachsen. Die Lüneburger Heide ist das Haupterzeugungsgebiet für Kartoffeln. Die Landwirte hier verfügen zumeist über eine Feldberegnung, davon profitiert normalerweise in Trockenjahren auch die Kartoffel. „Bei der außergewöhnlichen Trockenheit und Hitze des Sommers 2018 haben wir mit der Beregnung nur noch Totalverluste verhindern können“, erklärt Riggert. Nicht nur Kartoffeln, auch Getreide, Rüben und Mais waren auf zusätzliche Wassergaben angewiesen, als Instrument der Ertragssicherung konnte das zusätzliche Nass nicht mehr genutzt werden. Die Kartoffelbauern müssen damit ähnlich wie bei allen Ackerbaukulturen und auch Futter ihre Ernteerwartungen daher nach unten korrigieren. Im vergangenen Jahr wurden landesweit etwa 5,5 Mio. t Kartoffeln geerntet, bundesweit erreichte die Erntemenge 11,7 Mio. t.

Aktuelle Ertragsprognosen der Europäischen Union gehen von deutlichen Ertragseinbußen bei Kartoffeln aus, Deutschland soll danach besonders hoch betroffen sein. Mit Durchschnittserträgen von um die 35 t je Hektar (t/ha) würde der Rückgang etwa 25% betragen. So wenig Kartoffeln wurden zuletzt in den Jahren 1994 und 1995 geerntet. Die geringeren Erträge und der deutlich gestiegene Aufwand müssen sich für die Landwirte in deutlich höheren Preisen niederschlagen. Zunächst aber wünschen sie sich vor der Ernte Niederschläge, damit die Erntemaschinen überhaupt ordentlich arbeiten können. Die Anbauer in der Lüneburger Heide sind hier etwas im Vorteil, da die sandigen Böden bei Hitze nicht zusammenbacken. Auf Standorten in anderen Regionen Deutschlands mit einem höheren Tonanteil hingegen bergen festgebackene Böden auch eine erhöhte Bruchgefahr für die Erntemaschinen und damit zusätzliche Kosten und Serviceaufwand. Vorteilhaft wirken sich auch die kühleren Nächte für die Kartoffelbauern aus: Die Knollen erwärmen sich in den Dämmen nicht mehr so stark. Sind die Kartoffeln bei der Ernte zu warm, müssen sie vor der Einlagerung erst heruntergekühlt werden. (Quelle: LPD)

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