Krieg in der Ukraine

Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.

Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.

Nachrichten zum Ukraine-Krieg

Niedersachsen: Die ersten Frühkartoffeln sind in der Erde

Die niedersächsischen Landwirtinnen und Landwirte sind bekannt für ihr vorausschauendes und optimistisches Handeln. Besonders ambitioniert sind dabei dieses Jahr die Kartoffelbauern rund um Uetze vorgegangen: Sie haben am Valentinstag bereits die ersten Frühkartoffeln gepflanzt, um sie am Muttertag zu ernten und in der Direktvermarktung anzubieten.

Valentinstag wurden die ersten Frühkartoffeln gepflanzt, um sie am Muttertag zu ernten und in der Direktvermarktung anzubieten. Bild: Landvolk.

„Das haben sie bislang immer geschafft“, sagt Joachim Hasberg, Geschäftsführer der Niedersächsischen Früh- und Veredelungskartoffel-Erzeugergemeinschaft, der das Vorgehen aufgrund des Frostes dennoch als mutig einstuft.

Genauso unsicher wie die Vorhersage des Wetters ist mittlerweile die Kalkulation der Kosten. „Es ist unheimlich schwierig für die Landwirte, die Ernte von der Kostenseite her einzuschätzen und den Anbau zu planen“, erläutert Hasberg. Denn auch wenn die Preise für Strom, Dünger und Diesel sinken – viele Bauern haben noch zu sehr hohen Preisen vorgekauft, um im Frühjahr nicht vor leeren Lagern zu stehen. „Wer gewartet hat, hat es richtig gemacht“, sagt Hasberg rückblickend. Einige Vollblutlandwirte verdrängten seiner Einschätzung nach die schwierigen Bedingungen und starten trotzdem optimistisch auf dem Acker durch, sobald die ersten Sonnenstrahlen den Frühling erahnen lassen.

„Die Bauern freuen sich einfach, dass sie auf die Felder können“, lautet Hasbergs Erfahrung. Sie haben ihre vorgekeimten Mutterknollen mit Dünger versorgt und mit Folie oder Vlies abgedeckt, um sie vor kalten Temperaturen zu schützen. Die Kartoffeln auf rund 700 Hektar der insgesamt 2.900 Hektar großen Frühkartoffelfläche zwischen Hannover und Peine werden auf diese Weise verfrüht. Dabei handelt es sich neben Speisekartoffeln auch um Verarbeitungsware für die Pommes Frites-Produktion.

Gerade die Pommeskartoffeln waren für die Landwirte immer eine sichere Bank. In diesem Jahr erwartet Hasberg jedoch einen Rückgang der Anbaufläche. „Die Verträge mit den Kartoffelhändlern wurden im Herbst geschlossen, als Dünger, Strom und Diesel noch sehr teuer waren“, sagt Hasberg. Da hätten viele vorsichtige Landwirte mit dem spitzen Bleistift nachgerechnet und lieber auf den Vertragsabschluss verzichtet und in der Folge auch keine Pflanzkartoffeln geordert, sondern sich nach Alternativen in der Fruchtfolge umgesehen. Denn neben der Wertschätzung der Verbraucher, der sich über die ersten leckeren Kartoffeln zum Muttertag freut, muss immer auch die Wertschöpfung stehen, um einen Bauernhof und seine Familie am Leben zu erhalten. (LPD)

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