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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Niedersachsen: Apfelernte lässt hervorragende Qualität erwarten
Nach einem katastrophalen Jahr 2022 blicken die Obstbauern aus dem Alten Land jetzt optimistisch auf die anstehende Ernte. „Die ersten Frühäpfel schmecken schon richtig lecker“, sagt Claus Schiecker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Landvolk Niedersachsen. Das Ziel angesichts der nun beginnenden Ernte lautet: 300.000 Tonnen Äpfel mit hervorragender Qualität. „Das turbulente Wetter hatte keine negativen Einflüsse“, erläutert der Fachmann. „Durch die Sonne im Frühjahr gab es reichlich Zuckereinlagerungen, dann kam genügend Wasser vom Himmel.“ Der befürchtete „Juni-Fall“ des Obstes durch Trockenheit ist ausgeblieben.
Die Lagerkapazitäten sind aufgebraucht, die Bauern ernten in ein Mengen-Vakuum hinein, das sind gute Voraussetzungen für den Start der Ernte. Auch die Vorräte der Fruchtsaft-Industrie sind weg; der Mostobstmarkt ist dadurch „froh gestimmt“, so Schliecker.“ „Wir sind hierzulande aber nicht die einzigen Erzeuger, auch wenn jeder dritte in Deutschland produzierte Apfel aus dem Alten Land kommt“, schränkt er ein. „Wir müssen das europäisch sehen – zusammen mit dem Streuobst aus privaten Gärten haben wir circa eine Million Tonnen Ernte zu erwarten, in Polen sind es allein fünf Millionen.“ Der Markt werde überschwemmt, da Belarus und Russland als Absatzländer weggebrochen sind. Schliecker: „Ware aus Polen gab es bisher nicht bei uns im Lebensmitteleinzelhandel, aber diese Linie wird durch Inflation und mangelnde Kaufkraft der Verbraucher langsam aufgeweicht.“
Deshalb appelliert Claus Schliecker immer wieder, regional produziertes Obst einzukaufen, auch wenn es möglicherweise etwas teurer ist: „Das ist gelebter Klimaschutz.“ Er wünscht sich, dass die Politik hinter der gesamten einheimischen Produktion steht, egal ob integriert oder biologisch angebaut. In Niedersachsen wurde im Jahr 2022 auf insgesamt 9440 Hektar (ha) Baumobst kultiviert, davon 8353 Hektar Äpfel. Die Anbaufläche ist in den vergangenen fünf Jahren insgesamt um 2,9% gestiegen, aber die Zahl der Obstbaubetriebe hat im gleichen Zeitraum abgenommen: Sie sank von 566 Betrieben im Jahr 2017 auf 492 Betriebe im Jahr 2022. Das entspricht einen Rückgang von 13,1% und spiegelt den Trend zu weniger, aber größeren Betrieben wider. (LPD 62/2023)

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