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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Niederlande: Ein großes Zwiebelland
„Auffallend ist auch, dass weltweit nur 8% aller Zwiebeln gehandelt werden. 92% sind also lokal für lokal. Und diese 8% sind unerlässlich, um lokale Engpässe in allen 140 Ländern, in die die Niederlande liefern, ausgleichen zu können“, so Gijsbrecht Gunter von der Holland Onion Association.
Ab den 1960er Jahren stieg der weltweite Hektarertrag von 12 auf 18 t. Die Niederlande erzielten lange Jahre Erträge zwischen 30 und 45 t, seit den 1990er Jahren stiegen diese auf 55 bis 60 t und seit 2005 liegen die Erträge zwischen 45 und 50 t/ha. Insbesondere die Trockenjahre 2006, 2007 und 2018 weisen eine deutliche Ertragsdelle auf. „Im Allgemeinen ist der Ertrag in den Niederlanden zweieinhalb- bis dreimal höher als der globale Durchschnitt. Das ist auch ein wichtiger Grund für die wettbewerbsfähigen Produktionskosten in den Niederlanden.“
Mit Blick auf die weltweiten Import- und Exportzahlen stellte Gunter fest: „In den kommenden Jahrzehnten wird die größte Nachfrage von den Kontinenten Asien und Afrika erwartet, wo sowohl die Bevölkerung wächst als auch der Verbrauch hoch ist. Kurz gesagt, es gibt Möglichkeiten für die Niederlande, schnell, ausreichend, gesund und erschwinglich Zwiebeln weltweit zu liefern, wenn die lokale Produktion nicht ausreicht, insbesondere in der ersten Hälfte der Saison.“
Gunter errechnete den Selbstkostenpreis für ein Kilogramm Zwiebeln auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel. Für einen konkurrenzfähigen Preis auf dem Weltmarkt gibt es einige Voraussetzungen: „Die Hektarerträge müssen hoch und die Produktionskosten begrenzt bleiben. Einerseits müssen wir weiter an einer weitreichenden Spezialisierung arbeiten und modernste Agrotools einsetzen, andererseits müssen wir aber auch an einer flexiblen Kostenstruktur arbeiten, um den stark schwankenden Zwiebelabsatz von 10.000 bis zu 50.000 t pro Woche bewältigen zu können.
Vor allem müssen wir weiterhin einen Qualitätsunterschied über die gesamte Kette gewährleisten, denn das ist die wichtigste Voraussetzung dafür weiterhin den Weltmarkt beliefern können!“ Wie das gehen kann, wird auch Thema des Zwiebelforums 2024 sein, das vom 18.-19. Januar 2024 in Bonn stattfinden wird, weitere Informationen dazu www.moehrenundzwiebelforum.de.

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