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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
NABU: Moorschutz effektiv umsetzen
„Wiederherstellung von Mooren: So profitiert Europa“: Unter diesem Motto treffen sich vom 26. bis 28. April führende Moorexperten aus Wissenschaft, Naturschutz und Politik in Berlin. Ihr gemeinsames Ziel: Den Schutz und die Wiederherstellung von Mooren als wichtige Klimaschutzmaßnahmen vorantreiben und zur Priorität in Politik und Gesellschaft machen. „Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben den Entwurf zum EU-Renaturierungsgesetz in diesem Moment auf dem Tisch. Dort darf er nicht versauern“, warnt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger und fordert, diesen dringend nachzubessern und spätestens bis Ende dieses Jahres zu verabschieden.
Bis dato sind Europas Bemühungen zur Wiederherstellung von Mooren nur ein Tropfen auf dem heißen Stein: Etwa 7% der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU stammen aus entwässerten Mooren, die land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. „Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf werden wir bis 2050 gerade einmal eine Einsparung von 25% der Emissionen aus landwirtschaftlich genutzten Mooren erreichen. Das reicht bei Weitem nicht, um unser Ziel der Klimaneutralität zu erreichen“, so Krüger. Vertreter der Konferenz drängen daher auf zügige Maßnahmen, um möglichst viele Moore wieder zu dem zu machen, was sie sein sollten: unsere Verbündeten im Kampf gegen die Klimakrise.
Moorexperte und Konferenzteilnehmer Prof. Hans Joosten: „Wenn wir die Pariser Klimaziele einhalten und die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad und möglichst 1,5 Grad begrenzen wollen, müssen wir weltweit alle Moore wiedervernässen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Europäische Union der zweitgrößte Emittent aus entwässerten Mooren weltweit ist.“ Und deswegen, so erklärt Joosten, müssen wir in Europa Verantwortung übernehmen und vorangehen.
Deutschland als größter Emittent von Treibhausgasen aus entwässerten Mooren innerhalb der EU kommt dabei eine besondere Rolle zu. „Wir brauchen dringend einen verbindlichen Maßnahmen- und Zielplan, der aufzeigt, wie der Ausstieg aus der entwässerungsbasierten Landnutzung gelingen kann, um positive Wege aus der Klimakrise aufzuzeigen“, so Krüger.
Die praktische Lösung, nämlich ein stärkerer Schutz noch intakter Moore sowie die Wiedervernässung entwässerter Moore, liegt längst auf der Hand. Darum, wie diese am schnellsten und effektivsten umgesetzt werden kann, wird es bei der LIFE-Konferenz an erster Stelle gehen.
Zu den Konferenzrednern gehören neben Hans Joosten (International Mire Conservation Group) und Jörg-Andreas Krüger (NABU): Dianna Kopansky (Global Peatlands Initiative, UN Environment Programme), Angelika Rubin (European Commission, Nature Conservation) und weitere.
Seit seinem Start 1992 spielt das LIFE-Programm der Europäischen Union eine wichtige Rolle für den Moorschutz in Europa. Bis heute wurden mehr als 360 Projekte zur Erhaltung und Wiederherstellung von Mooren durch LIFE kofinanziert. Das Projekt LIFE Multi Peat ist eines davon und wird vom NABU koordiniert.
Mit mehr als 900.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Zu den zentralen NABU-Anliegen gehören auch die Vermittlung von Naturerlebnissen und die Förderung naturkundlicher Kenntnisse. (NABU)

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