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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
NABU: Handelsklassen für Obst abschaffen
Die Streuobstwiese ist eine besonders naturverträgliche Form des Obstanbaus. Auf den Wiesen stehen Hochstamm-Bäume mit ganz verschiedenen – und oft sehr alten – Obstsorten. „Streuobstwiesen sind für die Artenvielfalt enorm wichtig. Über 5.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie etwa 6.000 Obstsorten finden sich allein auf Streuobstwiesen in Deutschland. Diese Vielfalt sollte der Politik Mahnung und Ansporn sein, die vorhandenen Haushaltsmittel endlich zielgerichtet zur Bekämpfung des Artensterbens einzusetzen“, so Raphael Weyland, NABU-Experte für EU-Naturschutz. „Dies gilt für die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU genauso wie eine immer noch nicht auf eigenständige Füße gestellte Naturschutzfinanzierung. Wir müssen die umweltschädliche Gestaltung der Förderpolitik beenden, die für ein Verschwinden der Streuobstbestände mit verantwortlich ist.“
Leider passiert derzeit genau das Gegenteil. Wenige Wochen vor der Europawahl im Juni werden derzeit auf EU-Ebene nahezu alle Umweltauflagen der ohnehin aus Naturschutzsicht unzureichenden GAP beerdigt.
„Für den Erhalt der wertvollen Streuobstwiesen sollten nach Auffassung des NABU außerdem die Handelsklassen für Obst abgeschafft werden. Das würde die Vermarktung von Streuobst als Tafelobst erleichtern. Genormte Äpfel gibt es von der Streuobstwiese nicht – dafür besonders schmackhafte, gesunde und vielfältige Sorten, die so in keinem Supermarkt zu finden sind“, sagt Markus Rösler, Sprecher NABU-Bundesfachausschuss Streuobst.
Um Streuobstwiesen zukunftssicher zu machen, muss die Politik in vielen Bereichen bessere Bedingungen für die Art des naturverträglichen Obstanbaus schaffen. Auch Bund und Länder müssen hier über Agrarumweltmaßnahmen deutlich mehr tun als bisher. So müssen die Hürden für die Beweidung der Wiesen durch Wanderschäfer abgebaut und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Streuobstwiesen untersucht werden. Zudem muss der Schutz der Streuobstbestände deutlich klarer geregelt werden. Hier besteht sowohl beim Bund wie in den Ländern erheblicher Nachholbedarf.
Der Tag der Streuobstwiese, eine Idee der Arbeitsgemeinschaft Streuobst Österreich, findet seit 2021 jedes Jahr Ende April als Mitmach- und Erlebnistag statt. Aktive Streuobstfreundinnen und -freunde in ganz Europa veranstalten Aktionen rund um das immaterielle Kulturerbe „Streuobstanbau“ und laden zur Teilnahme ein. In Deutschland wird der Tag von Hochstamm Deutschland organisiert. Hintergründe und das Programm sind unter www.orchardseverywhere.com zu finden. Der NABU ist Mitbegründer, über seinen Dachverband BirdLife Europe bringt der Verband außerdem den Vernetzungsgedanken und europaweiten Erfahrungsaustausch mit ein. (NABU)

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