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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Moorschutz: Wertschöpfung durch Paludi-Kulturen ungewiss
Als alternative Nutzungsart für wieder zu vernässende Moorflächen werden oft Paludi-Kulturen ins Spiel gebracht, also der Anbau von Pflanzen wie Rohrkolben, Schilf oder Torfmoose, die hohe Grundwasserstände vertragen oder sogar benötigen. Für die Landwirte in den Moorgebieten stellt sich allerdings die Frage, ob sie damit eine vergleichbare Wertschöpfung wie mit der Milcherzeugung erreichen können. „Zu Paludi-Kulturen wird seit 20 Jahren geforscht. Bislang hat aber noch niemand eine belastbare betriebswirtschaftliche Kalkulation vorlegen können, die Landwirte etwa für Verhandlungen mit der Bank verwenden könnten“, sagt Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender beim Grünland-Ausschuss des Landvolks Niedersachsen.
Eine zumindest grobe ökonomische Bewertung von Paludi-Kulturen hat das Grünlandzentrum Niedersachsen-Bremen in einer Studie vorgenommen. Allein für die Einrichtung von Flächen und das Wassermanagement wird von einem Finanzierungsbedarf von durchschnittlich 14.000 Euro je Hektar ausgegangen. Die Einrichtung von Torfmoos-Kulturen auf Hochmoor, die als Torfersatz für den Gartenbau dienen könnten, soll sogar mit rund 50.000 Euro je Hektar zu Buche schlagen. Dem steht gegenüber, dass es derzeit noch keine marktfähigen Produkte aus Paludi-Kulturen und somit keine verlässlichen Absatzmöglichkeiten gibt, heißt es in der Studie.
Eine massive staatliche Förderung könnte dies ändern. Eine Chance besteht auch in der absehbar steigenden Nachfrage nach Bau- und Dämmstoffen mit niedrigem CO2-Fußabdruck, die beispielsweise für die Sanierung vieler öffentlicher Gebäude benötigt werden. „Noch ist dies jedoch mit vielen Unsicherheiten verbunden – ein Problem für Landwirte, die investieren und sich damit auf viele Jahre festlegen müssen“, gibt Padeken zu bedenken.
Vor dem Hintergrund des hohen Handlungsdrucks beim Thema Moorschutz kommt die Studie des Grünlandzentrums zu der Einschätzung, dass es sinnvoll ist, an schwach torfzehrenden herkömmlichen Nutzungsformen mit Weidehaltung festzuhalten, so wie es beispielsweise in den Niederlanden geplant ist. Dieser Ansatz bringe schnellere Effekte der Treibhausgaseinsparung und stelle die landwirtschaftlichen Betriebe vor weniger Probleme in der betrieblichen Umstrukturierung. (LPD)

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