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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Mitteleuropa: Anbau von Pflaumen und Zwetschen gefährdet
Der Anbau von Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen und Renekloden hat in Deutschland eine jahrhundertealte Tradition. Der Pflaumenwickler ist der bedeutendste tierische Schaderreger in diesen Kulturen. Die Bundesfachgruppe Obstbau im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) fordert, unter Berücksichtigung erweiterter Risikominderungsmaßnahmen, die Zulassung und damit eine Anwendung des für den Anbau bedeutenden Insektizides Insegar.
Als Standardprodukt zur Pflaumenwicklerbekämpfung stand in Deutschland und in Mitteleuropa jahrzehntelang das Produkt Insegar mit dem Wirkstoff Fenoxycarb zur Verfügung. Insegar ist seit dem 31. Dezember 2013 in Deutschland nicht mehr zugelassen, die Aufbrauchfrist endete am 30. Juni 2015. Damit steht in Deutschland kein wirksames Insektizid zur Bekämpfung des Pflaumenwicklers zur Verfügung.
Auch in den europäischen Mitgliedstaaten der Mittleren Zone ist Insegar nicht mehr zugelassen - Alternativen gibt es nicht. Ohne Insegar wird ein qualitativ hochwertiger und erfolgreicher Anbau von Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen und Renekloden in Deutschland und in Mitteleuropa nicht mehr möglich sein. Der Wirkstoff Fenoxycarb ist in Europa noch bis zum 31. Mai 2024 zugelassen. Die essentielle Bedeutung des Mittels Insegar für den Anbau von Pflaumen, Zwetschen, Mirabellen und Renekloden muss besondere Berücksichtigung finden. Die Bundesfachgruppe Obstbau fordert deshalb die erneute nationale Zulassung des Insektizids.
Zusammen mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dem Umweltbundesamt (UBA), dem Bundesamt für Risikobewertung (BfR), dem Julius Kühn-Institut (JKI) und der Herstellerfirma müssen mögliche Risikominderungsmaßnahmen gefunden werden, die zum Schutz des Naturhaushaltes auch eine sichere Anwendung ermöglichen. Denkbar sind hier erweiterte Abstände zu Saumstrukturen, verpflichtende Abdriftminderungsklassen und gegebenenfalls veränderte Aufwandmengen bzw. die zusätzliche Schaffung von Resilienzhabitaten. Die Erklärung der Bundesfachgruppe Obstbau hat das Ziel, gemeinsam mit den zuständigen Behörden den Anbau von Pflaumen und Zwetschen für die Zukunft zu sichern. (Quelle: ZVG/BfO)

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