- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Mecklenburg-Vorpommern: Start der Sparge...
Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Mecklenburg-Vorpommern: Start der Spargelsaison
Der geplante Vor-Ort-Termin mit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus musste kurzfristig abgesagt werden. Hintergrund ist die aktuelle Lage rund um den vor der Insel Poel gestrandeten Wal, die die volle Aufmerksamkeit des Ministers erfordert.
„Die Spargelsaison ist für viele landwirtschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiger Start in das Erntejahr. Umso mehr bedauere ich, heute nicht vor Ort sein zu können. Gleichzeitig erfordert die Situation rund um den gestrandeten Wal meine volle Aufmerksamkeit und Verantwortung“, so Backhaus.
Der SaBö-Hof in Tieplitz wird von Sebastian Böckmann geführt, der gemeinsam mit seiner Frau auch einen weiteren Standort bei Wismar betreibt. Der Betrieb bewirtschaftet rund 60 Hektar Spargelfläche und beschäftigt während der Saison etwa 100 bis 130 Mitarbeitende in Ernte, Sortierung und Verkauf. Der Standort Tieplitz bildet dabei das zentrale Herzstück des Betriebs – hier liegen wesentliche Anbauflächen sowie Teile der Infrastruktur für Verarbeitung und Vermarktung.
Der Hof steht beispielhaft für eine Entwicklung, die viele Betriebe im Land prägt: die enge Verbindung von regionaler Produktion und direkter Vermarktung. „Der Saisonstart ist für mich jedes Jahr ein besonderer Moment – eine Mischung aus Vorfreude, Anspannung und Stolz. Nach vielen Monaten Vorbereitung sehen wir endlich die Ergebnisse unserer Arbeit auf dem Feld“, sagt Betriebsleiter Sebastian Böckmann. Gleichzeitig setzt der Betrieb konsequent auf Transparenz und Kundennähe: „Unsere Kundinnen und Kunden wissen genau, wo ihr Spargel herkommt.“
Die Spargelsaison 2026 beginnt unter insgesamt herausfordernden Rahmenbedingungen. „Im vergangenen Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern auf rund 132 Hektar etwa 550 Tonnen Spargel geerntet. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten – insbesondere durch höhere Löhne, Energie- und Betriebsmittelpreise – deutlich an. Der Spargelanbau befindet sich damit weiterhin in einem strukturellen Anpassungsprozess.“, sagte Minister Backhaus.
Auch auf den Betrieben sind diese Veränderungen spürbar. „Wir merken, dass viele Kundinnen und Kunden bewusster einkaufen und stärker auf Preise achten. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach regionalen Produkten stabil“, so Böckmann. Spargel bleibe jedoch ein arbeitsintensives Produkt: „Der Preis spiegelt die aufwendige Handarbeit und die hohen Qualitätsstandards wider.“ Für preisbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher bietet der Betrieb daher bewusst unterschiedliche Qualitäten an – von klassischem Spargel bis hin zu Bruchware als günstige Alternative.
Trotz der Herausforderungen blicken viele Betriebe vorsichtig optimistisch auf die neue Saison. Die aktuellen Witterungs- und Bodenbedingungen gelten bislang als günstig. „Wenn das Wetter stabil bleibt, erwarten wir eine gute Qualität und einen soliden Ertrag“, so Böckmann.
Langfristig sieht er weiterhin Perspektiven für den Spargelanbau in Mecklenburg-Vorpommern: „Die Nachfrage nach regionalen Produkten ist da. Gleichzeitig müssen wir uns auf steigende Kosten und klimatische Veränderungen einstellen.“
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies: Regional erzeugter Spargel bleibt ein hochwertiges, aber zunehmend kostenintensives Produkt. Viele Betriebe setzen daher verstärkt auf Direktvermarktung und ergänzende Angebote vor Ort.

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.