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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Mecklenburg-Vorpommern: Feuerbrand nachgewiesen
In den letzten drei Wochen erreichten das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) mehrere Meldungen aufmerksamer Gartenbesitzer aus MV, dass vermutlich die gefährliche Krankheit „Feuerbrand“ in ihren Gärten grassiert. „Nach Ortsterminen und Beprobungen der befallenen Gehölze wurde der Verdacht im Labor des Pflanzenschutzdienstes des LALLF bestätigt“, sagt Dr. Stephan Goltermann, Direktor des Landesamtes.
Der Feuerbrand wird durch das Bakterium Erwinia amylovora verursacht. Als hoch anfällig gelten der Weißdorn (Crataegus) und Kernobstarten. Eine Infektion mit dieser Pflanzenkrankheit schreitet bei anfälligen Gehölzen innerhalb von Tagen voran und verursacht an den Trieben ein Welken. Dabei verfärben sich Blätter dunkelbraun bis schwarz, vertrocknen schließlich und bleiben bis in den Herbst hinein am Trieb haften. Oft krümmen sich die Triebspitzen nach innen und nehmen die Form eines gebogenen Stockes an (Krückstocksymptom). Es können einzelne Triebe oder auch Hecken breitflächig betroffen sein. Bei einem Befall von jungen Pflanzen kann ein Absterben nicht ausgeschlossen werden. „Insbesondere im Umland von Erwerbsobstanlagen bzw. ökologisch wertvollen Streuobstwiesen mit alten Obstsorten kann eine Feuerbrand-Infektion gefährlich werden. Daher bitten wir die Bevölkerung, uns Verdachtsfälle zu melden“, so Goltermann.
Nach bestätigtem Befall wird zur Bekämpfung im Haus und Kleingarten empfohlen, die erkrankten Triebe bis 20 cm ins gesunde Holz herauszuschneiden. Sind Schnittmaßnahmen auf Grund des Befalls großer Anteile der Pflanzen nicht möglich, sollte das Gehölz gefällt und anschließend alsbald verbrannt werden (Ordnungsamt informieren). Ist, z. B. aufgrund der Waldbrandgefahr, kein Verbrennen möglich, kann der Holzstapel zunächst mit einer Plane abgedeckt werden. Da das Bakterium an den Schnittwerkzeugen anhaften kann, sollen diese nach Gebrauch desinfiziert werden.
Hintergrund
Die Gewitterlagen der vergangenen Wochen begünstigten die Entwicklung und Verbreitung des Feuerbrand-Erregers. Optimale Infektionsbedingungen finden die Bakterien bei Temperaturen zwischen 21 und 28°C und hoher Luftfeuchtigkeit. Da das Bakterium mit dem Wind verfrachtet wird, kann es ausgehend von bestehenden, oft unbemerkten Altinfektionen auf gesunde Gehölze übertragen werden.
Zu den anfälligen Pflanzen für Feuerbrand gehören (neben dem Weißdorn) Vertreter aus der Familie der apfelfrüchtigen Rosengewächse, wobei die Hauptwirtspflanzengruppe das Kernobst z. B. Apfel, Birne und Quitte aber auch Zier- und Wildgehölze wie der Feuerdorn (Pyracantha), die Zwergmispel (Cotoneaster), die Felsenbirne (Amelanchier), Zier- oder Scheinquitte (Chaenomeles) und Eberesche (Sorbus) sind. (LALLF)

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