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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Marmorierte Baumwanze: Gegenspieler gefunden
Die HSWT forscht an der Versuchsstation für Obstbau Schlachters im Interreg-Projekt Schädigende Wanzen im Obstbau zu Verbreitung und Bekämpfungsmöglichkeiten der Marmorierten Baumwanze im Lindauer Raum. Die Ausbringung chemischer Pflanzenschutzmittel ist aufgrund des ganzjährigen Zufluges des Schädlings in die Kulturpflanzen kritisch zu betrachten. Die Entdeckung der asiatischen Schlupfwespenart am Standort Weihenstephan könnte nun eine Lösung bringen: Sie parasitiert vor allem Eier der Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys).
Die Samurai-Schlupfwespe als Gegenspieler
Halyomorpha halys ist eine optisch unauffällige Baumwanzenart aus der Familie Pentatomidae, die mit mehr als 200 verschiedenen Wirtspflanzenarten in ackerbaulichen, forstwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen schädigend auftritt. Ursprünglich in Asien beheimatet, hat sie durch den globalen Handel und klimatische Veränderungen neue Lebensräume erschlossen. Im europäischen Raum wurde sie das erste Mal in Zürich im Jahr 2004 nachgewiesen.
Nachweis der Schlupfwespenart: erster Schritt zur biologischen Bekämpfung in Deutschland
In Europa parasitieren heimische Schlupfwespenarten Eier der Marmorierten Blattwanze. Nicht alle Arten jedoch können ihre Entwicklung abschließen und der Nachwuchs verendet in den Wanzeneiern. Insgesamt führt die Parasitierungsrate heimischer Schlupfwespen also zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. In Italien werden bereits Individuen von Trissolcus japonicus in die Anlagen ausgesetzt. Auch in der Schweiz laufen Untersuchungen zur Parasitierung mit dieser Schlupfwespenart.
In Deutschland sind solche Versuche nicht möglich, da es hierzulande noch keine Zulassung zur Freisetzung dieses Nützlings gibt. Im März 2022 wurde dazu ein Antrag durch das LTZ Augustenberg gestellt. Ein Ziel des HSWT-Projekts ist es, das Vorhandensein dieser Schlupfwespenart nachzuweisen, denn erst dann ist eine der Voraussetzungen für den Einsatz als Nützling erfüllt. Detailliertere Informationen finden Interessierte in dieser Forschungs-News der HSWT sowie auf der HSWT-Forschungsprojektseite. (HSWT)

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