- Startseite
- Mehr...
- Dossiers
- Lohnsituation und Arbeitskosten: Wohin g...
Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Lohnsituation und Arbeitskosten: Wohin geht die Reise?
„Es ist uns etwas Großes gelungen“, konstatierte Andreas Pellens, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der gärtnerischen Arbeitgeberverbände (AGA), anlässlich der Delegiertentagung. Mit der Entscheidung, dass fünf Tarifgebiete zusammen Tarifverhandlungen führen wollen, hat man eine nie dagewesene Einigkeit und Stärke bewiesen. „Wir werden damit in Zukunft für neun Bundesländer ein starkes Signal senden und möchten den Betrieben Planungssicherheit geben“, erklärte Pellens. Die Tariflöhne der verschiedenen Tarifgebiete haben sich in den letzten vier Jahren durch den steigenden Mindestlohn schrittweise angeglichen und die Tarifgebiete zusammenrücken lassen.
Wichtig sei den Unternehmern insbesondere, dass der Abstand zwischen ungelernten und gelernten Mitarbeitern in einem gesunden Gleichgewicht bleibe. Zudem müsse man die aktuellen Abschlüsse anderer Branchen und die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt im Blick behalten. Auch mit den Ländern, die nicht in den neuen Verhandlungsbund eintreten, will man in engem Austausch bleiben, um den Weg hin zu einem möglichen einheitlichen Tarifvertrag offen zu halten.
Pellens hob hervor, wie groß der Einfluss des Mindestlohns auf den Gartenbau ist. Im Zierpflanzenbau sieht er die Tendenz, sich durch eine zunehmende Technisierung den stark steigenden Arbeitskosten entgegenzustellen. Der Handel lasse auskömmliche Preissteigerungen nicht bzw. nur äußerst selten zu.
Zuvor hat Robert Luer vom Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau (ZBG) in seinem Vortrag Untersuchungen vorgestellt, die Anpassungsreaktionen an den steigenden Mindestlohn im Zierpflanzenbau zeigen. Ausgeglichen werden musste von 2019-2024 eine Steigerung von 35%.
Die Optimierung der Arbeitsproduktivität sieht das ZBG als einen wichtigen Schritt an. Dabei unterscheidet man zwischen Innovationen bei den Produkten und in der Produktion selbst. So habe der Einkauf von energie- und arbeitsintensiven Jungpflanzen deutlich zugenommen und die Produktionsbetriebe damit entlastet. Die Konzentration auf automatisierbare Kulturen sei eine weitere Möglichkeit, führte Luer aus. Schritte zur Mechanisierung und Technisierung können sich bei steigenden Arbeitskosten schnell amortisieren.
Neue Wege in der Arbeitsorganisation, wie z.B. Rollenbasiertes Arbeiten oder Lean-Management, aber auch Personalführung und Unternehmenskommunikation könnten den Veränderungsprozess abrunden, motivierte Luer die Teilnehmer der Herbsttagung des BVZ. (ZVG/BVZ)

Kommentare (0)
Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.