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Krieg in der Ukraine
Der seit 2014 andauernde und vor Kurzem eskalierte Konflikt in der Ukraine wirkt sich auf alle Teile unserer Gesellschaft und Wirtschaft aus. Auch der Gartenbau, Obst- und Gemüseerzeuger, Importeure, Maschinenhersteller und viele weitere Bereiche der Grünen Branche spüren die Auswirkungen des Krieges. Einige europäische und internationale Unternehmen unterstützen solidarisch die Ukraine und die vielen tausende Flüchtenden Menschen, die Anderenorts Schutz suchen.
Hinweis der Redaktion: In diesem Dossier finden Sie gesammelte Meldungen von Unternehmen, Organisationen oder anderen Akteuren, die im Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt ihre Auswirkungen feststellen oder ihre Reaktion darstellen.
Nachrichten zum Ukraine-Krieg
Lieferkettengesetz: Bundesregierung will Unternehmen in die Pflicht nehmen
„Das ist der falsche Weg, weil es die Position unserer Unternehmen im globalen Wettbewerb mit den anderen beiden großen Weltregionen schwächt“, so der Hauptgeschäftsführer des HDE, Stefan Genth. „Es dürfen keine Regelungen für die Wertschöpfungsketten festgeschrieben werden, die für die Unternehmen schlicht nicht umsetzbar sind.“ Bei der rechtlichen Ausarbeitung müsse nun Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen. Im Koalitionsvertrag hatten sich SPD und Union darauf geeinigt, dass die Bundesregierung unter bestimmten Umständen gesetzlich tätig wird und ein sogenanntes Lieferkettengesetz vorbereitet.
„Ein Lieferkettengesetz kann nur dann sinnvoll sein, wenn es praxisnah, umsetzbar und vor allem wirksam ist“, so Genth. Unabhängig von gesetzlichen Grundlagen arbeiteten deutsche Unternehmen seit Jahren in den globalen Lieferketten nach hohen Standards. „Die Unternehmen analysieren mögliche Risiken in den Lieferketten, ergreifen spezifische Maßnahmen und kommen damit bereits heute ihren Sorgfaltspflichten nach.“ Sie leisteten durch ihre lokale Präsenz wesentliche Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung an Auslandsstandorten.
Aufgrund der Komplexität der einzelnen Wertschöpfungsketten sind die Herausforderungen aber erheblich. So beziehen die Handelsunternehmen täglich eine Vielzahl an Produkten aus der ganzen Welt. Ein Lieferkettengesetz, dass die globalen Wertschöpfungsketten umfassen würde, wäre gerade für den Handel eine kaum lösbare Herausforderung. Bis zu 300.000 Artikel sind im Durchschnitt auf Unternehmensebene gelistet, die auf ihre menschenrechtliche Risikorelevanz geprüft werden müssten. Dabei geht es nicht nur um Monoprodukte, wie z. Bsp. Bananen sondern gerade auch um komplexe Produkte wie Elektrogeräte oder Spielzeug, die in ihren Einzelteilen mit eigenen Wertschöpfungsketten aus verschiedenen Herkunftsländern und Erzeugerebenen kommen und wiederum risikorelevant sein könnten. „So eine umfassende Unternehmensverantwortung ist nicht leistbar, schafft nur Bürokratie und hilft den Menschen vor Ort in den Herkunftsländern nicht weiter“, so Hauptgeschäftsführer Genth. (PdH)

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